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Benjamin Admin 4f6bc8f6f6
Some checks failed
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CI/CD / python-lint (push) Has been skipped
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CI/CD / test-go-ai-compliance (push) Failing after 37s
CI/CD / test-python-backend-compliance (push) Successful in 39s
CI/CD / test-python-document-crawler (push) Successful in 26s
CI/CD / test-python-dsms-gateway (push) Successful in 23s
CI/CD / validate-canonical-controls (push) Successful in 12s
CI/CD / Deploy (push) Has been skipped
feat(training+controls): interactive video pipeline, training blocks, control generator, CE libraries
Interactive Training Videos (CP-TRAIN):
- DB migration 022: training_checkpoints + checkpoint_progress tables
- NarratorScript generation via Anthropic (AI Teacher persona, German)
- TTS batch synthesis + interactive video pipeline (slides + checkpoint slides + FFmpeg)
- 4 new API endpoints: generate-interactive, interactive-manifest, checkpoint submit, checkpoint progress
- InteractiveVideoPlayer component (HTML5 Video, quiz overlay, seek protection, progress tracking)
- Learner portal integration with automatic completion on all checkpoints passed
- 30 new tests (handler validation + grading logic + manifest/progress + seek protection)

Training Blocks:
- Block generator, block store, block config CRUD + preview/generate endpoints
- Migration 021: training_blocks schema

Control Generator + Canonical Library:
- Control generator routes + service enhancements
- Canonical control library helpers, sidebar entry
- Citation backfill service + tests
- CE libraries data (hazard, protection, evidence, lifecycle, components)

Co-Authored-By: Claude Opus 4.6 <noreply@anthropic.com>
2026-03-16 21:41:48 +01:00

114 KiB

Hazard Library — 150 vollständig beschriebene Gefährdungen für CE-Risikobeurteilungen

Diese Bibliothek ist eine eigene, generische Arbeitsbibliothek für Maschinen, Anlagen, Software, Firmware, vernetzte Komponenten und KI-Module. Sie ist nicht als Wiedergabe von DIN-/ISO-Normtexten zu verstehen, sondern als produktisierbare Wissensbasis für eine CE-Risikobeurteilungs-Engine.

Einheitliches Datenformat je Gefährdung

ID

Titel

Kategorie

Beschreibung

Typische Ursachen

Gefährliche Situation

Mögliche Schäden

Betroffene Rollen

Relevante Lebensphasen

Typische Komponenten

Bevorzugte Maßnahmenarten

Typische Nachweise

A. Mechanische Gefährdungen (40)

HZ-M-001 — Quetschen zwischen bewegten Teilen

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Verletzungsgefahr durch das Einklemmen von Körperteilen zwischen zwei gegeneinander oder zueinander bewegten Teilen.

Typische Ursachen: Gegenläufige Bewegung, fehlende Schutzabdeckung, unerwarteter Wiederanlauf, manuelles Eingreifen in den Arbeitsraum.

Gefährliche Situation: Bediener greift bei laufender Maschine in den Wirkbereich von Förderern, Pressen, Greifern oder Schiebern.

Mögliche Schäden: Fingerquetschung, Handverletzung, Knochenbruch, Amputation.

Betroffene Rollen: Maschinenbediener, Einrichter, Wartungstechniker.

Relevante Lebensphasen: Einrichten, Normalbetrieb, Störungsbeseitigung, Wartung.

Typische Komponenten: Presse, Schieber, Förderband, Greifer, Schutztürbereich.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Inhärent sichere Konstruktion, trennende Schutzeinrichtungen, Verriegelung, sichere Stillsetzung.

Typische Nachweise: Konstruktionsreview, Verriegelungstest, Sicherheitsfunktionstest.

HZ-M-002 — Scheren durch gegeneinander laufende Kanten

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr des Abtrennens oder Verletzens von Körperteilen durch schneidende bzw. scherenartige Bewegungen.

Typische Ursachen: Rotierende Messer, lineare Klingen, ungeeignete Abstände, fehlende Schutzeinhausung.

Gefährliche Situation: Bediener führt Material nach oder entfernt Störungen im Bereich bewegter Schneidorgane.

Mögliche Schäden: Schnittverletzungen, Teilamputation, schwere Weichteilverletzung.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter, Reinigungspersonal.

Relevante Lebensphasen: Produktion, Reinigung, Wartung.

Typische Komponenten: Schneidwerke, Stanzen, Scheren, Slicer.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Konstruktive Abschirmung, sichere Zuführung, Verriegelung, Not-Halt, Benutzerinformation.

Typische Nachweise: Sichtprüfung, Funktionstest, Konstruktionsreview.

HZ-M-003 — Schneiden an scharfen Werkzeugen oder Kanten

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr von Schnittverletzungen durch offene Kanten, Werkzeuge oder bearbeitete Teile.

Typische Ursachen: Unentgratete Bauteile, offenliegende Messer, Werkzeugwechsel ohne Schutz.

Gefährliche Situation: Personal berührt bei Montage, Reinigung oder Entstörung scharfe Bereiche.

Mögliche Schäden: Schnittwunden, Sehnenverletzungen, Blutungen.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Reinigung, Montagepersonal.

Relevante Lebensphasen: Montage, Betrieb, Reinigung, Wartung.

Typische Komponenten: Messer, Blechteile, Werkzeughalter, Fräser.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Entgratung, Abdeckungen, sichere Werkzeugaufnahme, Handschuhkonzept, Kennzeichnung.

Typische Nachweise: Sichtprüfung, Arbeitsanweisung, Abnahmeprotokoll.

HZ-M-004 — Einziehen an rotierenden Teilen

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr, dass Kleidung, Haare oder Körperteile von rotierenden Teilen erfasst und eingezogen werden.

Typische Ursachen: Offene Wellen, Walzen, Riemen, fehlende Schutzverkleidung.

Gefährliche Situation: Bediener arbeitet in der Nähe rotierender Komponenten und kommt versehentlich in Kontakt.

Mögliche Schäden: Quetschungen, Abrissverletzungen, Skalierung, schwere Körperverletzung.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Reinigung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Reinigung, Wartung.

Typische Komponenten: Wellen, Walzen, Antriebe, Riemen, Spindeln.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Abdeckung, sichere Abstände, Stillsetzung vor Zugriff, Schutzkleidungsvorgaben.

Typische Nachweise: Konstruktionsreview, Sichtprüfung, Betriebsanweisung.

HZ-M-005 — Erfassen durch rotierende oder umlaufende Teile

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr des Erfasstwerdens durch bewegte Teile mit Mitnahmeeffekt.

Typische Ursachen: Umlaufende Förderer, Ketten, Rollenbahnen, offene Kupplungen.

Gefährliche Situation: Körperteil oder Kleidung gerät in Kontakt mit bewegter Oberfläche.

Mögliche Schäden: Mitziehen, Sturz, Quetschen, Knochenbrüche.

Betroffene Rollen: Bediener, Logistikpersonal, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Materialtransport, Wartung.

Typische Komponenten: Kettenförderer, Rollenbahnen, Kupplungen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Verkleidung, Einzugssicherung, Abstandsregeln, Zugangsbeschränkung.

Typische Nachweise: Sichtprüfung, Funktionsprüfung, Unterweisungsnachweis.

HZ-M-006 — Stoßen an bewegten Maschinenteilen

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Verletzungsgefahr durch Stoßkontakt mit ausfahrenden, schwenkenden oder sich schnell bewegenden Teilen.

Typische Ursachen: Schwenkbewegungen ohne Schutzraum, fehlende Warnung, mangelnde Sichtbarkeit.

Gefährliche Situation: Person hält sich im Schwenkbereich einer Anlage oder eines Roboters auf.

Mögliche Schäden: Prellungen, Kopfverletzungen, Sturzfolgen.

Betroffene Rollen: Bediener, Besucher, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Einrichten, Wartung.

Typische Komponenten: Roboterarm, Klappen, Schwenkeinheiten, Hubachsen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Schutzraum, Geschwindigkeitsbegrenzung, Präsenzüberwachung, Warnsignale.

Typische Nachweise: Konstruktionsreview, Sicherheitsfunktionstest, Sichtprüfung.

HZ-M-007 — Herabfallende Teile oder Lasten

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch ungesicherte oder fehlerhaft gehaltene Lasten, Werkstücke oder Bauteile.

Typische Ursachen: Greiferfehler, Haltekraftverlust, mangelhafte Lastsicherung, Materialbruch.

Gefährliche Situation: Last löst sich über Personen oder Arbeitsbereichen.

Mögliche Schäden: Kopfverletzung, Quetschung, tödliche Verletzung.

Betroffene Rollen: Bediener, Logistikpersonal, Wartung, Besucher.

Relevante Lebensphasen: Transport, Betrieb, Wartung, Montage.

Typische Komponenten: Greifer, Hebezeuge, Spannsysteme, Magazine.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Lastsicherung, redundante Haltesysteme, Ausschlussbereiche, Inspektion.

Typische Nachweise: Lasttest, Funktionsprüfung, Wartungsbericht.

HZ-M-008 — Wegschleudern von Teilen

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch mit hoher Energie aus dem Prozess austretende Teile, Werkstücke oder Bruchstücke.

Typische Ursachen: Werkzeugbruch, Werkstückversagen, zu hohe Drehzahl, fehlerhafte Einspannung.

Gefährliche Situation: Bruchstück verlässt den Arbeitsraum in Richtung Bediener oder Umgebung.

Mögliche Schäden: Augenverletzung, Penetrationstrauma, schwere Körperverletzung.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Normalbetrieb, Einrichten, Testlauf.

Typische Komponenten: Fräser, Schleifscheiben, Spannfutter, Hochgeschwindigkeitsspindeln.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Umhausung, Drehzahlbegrenzung, sichere Einspannung, Inspektion.

Typische Nachweise: Belastungstest, Sichtprüfung, Abnahmetest.

HZ-M-009 — Instabilität der Maschine oder von Baugruppen

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr des Kippens, Verschiebens oder Zusammenbrechens von Maschinen oder Aufbauten.

Typische Ursachen: Fehlende Verankerung, unzureichende Statik, Schwerpunktverlagerung, Lastwechsel.

Gefährliche Situation: Maschine kippt im Betrieb, Transport oder bei Wartung.

Mögliche Schäden: Quetschung, Anprall, Sachschäden, tödliche Verletzung.

Betroffene Rollen: Montagepersonal, Bediener, Wartung, Logistikpersonal.

Relevante Lebensphasen: Transport, Montage, Inbetriebnahme, Betrieb.

Typische Komponenten: Gestell, Schaltschrank, Portale, Hubbühnen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Standsicherheitsnachweis, Verankerung, Schwerpunktkontrolle, Transportkonzept.

Typische Nachweise: Festigkeitsnachweis, Montageprotokoll, Abnahmeprüfung.

HZ-M-010 — Kollision mit bewegten Achsen oder Robotern

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr von Zusammenstößen zwischen Personen und automatisierten Bewegungen.

Typische Ursachen: Fehlender Schutzraum, Programmierfehler, Bedienereingriff, Sensorversagen.

Gefährliche Situation: Person befindet sich im Bewegungsraum während einer Achs- oder Roboterbewegung.

Mögliche Schäden: Prellungen, Knochenbrüche, Quetschungen, schwere Traumata.

Betroffene Rollen: Einrichter, Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Einrichten, Teach-Modus, Automatikbetrieb, Wartung.

Typische Komponenten: Roboter, Linearachsen, Portalsysteme, Pick-and-Place-Einheiten.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Schutzzäune, Zustimmschalter, sichere Geschwindigkeitsüberwachung, Kollisionsraumüberwachung.

Typische Nachweise: Sicherheitsfunktionstest, Programmreview, Abnahmetest.

HZ-M-011 — Überlast mechanischer Strukturen

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr des Versagens durch Überschreiten zulässiger Lasten oder Kräfte.

Typische Ursachen: Falsche Parametrierung, ungeplante Lastfälle, falsche Werkstückdaten, Bedienfehler.

Gefährliche Situation: Tragende Struktur, Achse oder Greifer wird überbeansprucht.

Mögliche Schäden: Bruch, Wegschleudern, Lastabsturz, Folgekollisionen.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Prozessingenieur.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Umrüstung, Testbetrieb.

Typische Komponenten: Greifer, Traversen, Rahmen, Werkzeugaufnahmen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Lastbegrenzung, Plausibilitätsprüfung, Festigkeitsnachweis, Sensorik.

Typische Nachweise: Berechnung, Lasttest, Parametrierfreigabe.

HZ-M-012 — Bruch beweglicher oder tragender Teile

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch plötzliches Material- oder Bauteilversagen.

Typische Ursachen: Materialermüdung, Korrosion, Fehlbemessung, Stoßbelastung.

Gefährliche Situation: Bewegtes Bauteil bricht während des Betriebs oder der Wartung.

Mögliche Schäden: Anprall, Quetschen, herabfallende Teile, Sekundärunfälle.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Besucher.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung, Inspektion.

Typische Komponenten: Gelenke, Wellen, Halter, Gestelle, Hebeteile.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Werkstoffwahl, Inspektionszyklen, Lebensdauerüberwachung, Redundanz.

Typische Nachweise: Festigkeitsnachweis, Wartungsprotokoll, Sichtprüfung.

HZ-M-013 — Unerwarteter Wiederanlauf nach Stillstand

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr eines automatischen oder unbeabsichtigten Neustarts nach Unterbrechung.

Typische Ursachen: Spannungsausfall/-rückkehr, Software-Restart, ungesicherte Wiederanlaufbedingung.

Gefährliche Situation: Person arbeitet im Gefahrenbereich und Maschine setzt sich plötzlich wieder in Bewegung.

Mögliche Schäden: Quetschen, Stoßen, Scheren, schwere Verletzung.

Betroffene Rollen: Wartung, Reinigung, Einrichter.

Relevante Lebensphasen: Wartung, Störungsbeseitigung, Reinigung, Setup.

Typische Komponenten: Antriebe, Förderer, Aktoren, Robotik.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Wiederanlaufschutz, verriegelte Freigabe, sichere Zustandslogik, LOTO.

Typische Nachweise: Sicherheitsfunktionstest, Software-Test, Abnahmeprotokoll.

HZ-M-014 — Werkstückverlust aus Spann- oder Haltesystem

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr, dass ein Werkstück aus seiner Aufnahme gelöst wird.

Typische Ursachen: Falsche Spannkraft, Verschleiß, Fehlbedienung, falsches Format.

Gefährliche Situation: Werkstück fällt oder wird aus dem Prozess herausgeschleudert.

Mögliche Schäden: Anprallverletzung, Augenschaden, Folgekollision.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Umrüstung, Inbetriebnahme.

Typische Komponenten: Spannfutter, Vakuumgreifer, Klemmen, Aufnahmen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Spannkraftüberwachung, Plausibilisierung, Schutzhaube, Formatverriegelung.

Typische Nachweise: Funktionstest, Parametrierprüfung, Abnahmetest.

HZ-M-015 — Fehlpositionierung bewegter Einheiten

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch Abweichung einer Bewegung von der vorgesehenen Sollbahn oder Endlage.

Typische Ursachen: Sensorfehler, Encoderfehler, Softwarefehler, Schlupf, Kalibrierfehler.

Gefährliche Situation: Achse fährt in verbotenen Bereich oder kollidiert mit Personen/Objekten.

Mögliche Schäden: Quetschen, Kollision, Bauteilschaden.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Teach, Setup, Betrieb, Kalibrierung.

Typische Komponenten: Servoantriebe, Portale, Roboter, Positionierachsen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Positionsüberwachung, Referenzfahrten, Endlagenbegrenzung, Plausibilitätschecks.

Typische Nachweise: Systemtest, Kalibrierprotokoll, Sicherheitsfunktionstest.

HZ-M-016 — Verklemmen und Lösen gespeicherter mechanischer Energie

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch blockierte Bauteile, die sich nach Lösen schlagartig bewegen.

Typische Ursachen: Materialstau, Verzug, Federkraft, Restspannung.

Gefährliche Situation: Bediener beseitigt Blockierung manuell und gespeicherte Energie wird frei.

Mögliche Schäden: Schlagverletzung, Quetschung, Schnittverletzung.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Reinigung.

Relevante Lebensphasen: Störungsbeseitigung, Wartung, Reinigung.

Typische Komponenten: Förderer, Federn, Spanner, Klappen, Messer.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Energieentlastung, Entstörkonzept, LOTO, sichere Zugänge.

Typische Nachweise: Arbeitsanweisung, Sicherheitsfunktionstest, Unterweisungsnachweis.

HZ-M-017 — Abrutschen oder Abstürzen an Arbeitsplätzen

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr des Stolperns, Abrutschens oder Abstürzens im Maschinenumfeld.

Typische Ursachen: Glatte Oberflächen, fehlende Trittflächen, ungesicherte Höhenzugänge, Leckagen.

Gefährliche Situation: Personal bewegt sich auf Podesten, Wartungsbühnen oder in nassen Bereichen.

Mögliche Schäden: Prellungen, Frakturen, Kopfverletzungen.

Betroffene Rollen: Wartung, Reinigung, Bediener.

Relevante Lebensphasen: Wartung, Reinigung, Inspektion.

Typische Komponenten: Bühnen, Treppen, Podeste, Maschinensockel.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Rutschhemmung, Geländer, Zugangskonzept, Reinigungskonzept.

Typische Nachweise: Sichtprüfung, Wartungsprotokoll, Abnahme.

HZ-M-018 — Kantenverletzung an Bauteilen

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch scharfe Kanten, Ecken oder Grate an Maschinen- oder Werkstückteilen.

Typische Ursachen: Unzureichende Nachbearbeitung, Verschleiß, beschädigte Verkleidung.

Gefährliche Situation: Berührung beim Umrüsten, Reinigen oder Beladen.

Mögliche Schäden: Hautverletzung, Schnittwunde.

Betroffene Rollen: Bediener, Montage, Wartung, Reinigung.

Relevante Lebensphasen: Montage, Betrieb, Wartung, Reinigung.

Typische Komponenten: Blechverkleidung, Werkstückträger, Werkzeughalter.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Entgratung, Kantenradius, Schutzhandschuhe, Sichtkontrolle.

Typische Nachweise: Sichtprüfung, Freigabeprotokoll.

HZ-M-019 — Verletzung durch Bohr- oder Fräswerkzeuge

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch Kontakt mit schnell rotierenden oder schneidenden Werkzeugen.

Typische Ursachen: Offene Bearbeitungszone, manuelle Eingriffe, falscher Werkzeugwechsel.

Gefährliche Situation: Bediener greift in Bearbeitungsraum oder kommt beim Wechsel in Kontakt.

Mögliche Schäden: Tiefe Schnittverletzung, Amputation, Augenverletzung.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Werkzeugwechsel, Wartung.

Typische Komponenten: Fräser, Bohrer, Bearbeitungsspindel.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Umhausung, Werkzeugstillstand, Verriegelung, Wechselanweisung.

Typische Nachweise: Funktionstest, Arbeitsanweisung, Abnahmeprotokoll.

HZ-M-020 — Schleifverletzung an Schleif- oder Polierorganen

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch abrasiven Kontakt oder Werkzeugbruch bei Schleifprozessen.

Typische Ursachen: Offene Schleifzone, Scheibenbruch, falsche Montage.

Gefährliche Situation: Bediener hält sich vor rotierender Schleifscheibe oder im Funkenbereich auf.

Mögliche Schäden: Haut-/Augenverletzung, Wegschleuderung, Atembelastung.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Einrichten, Werkzeugwechsel.

Typische Komponenten: Schleifscheibe, Polierwalze, Spindel.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Schutzhaube, Drehzahlbegrenzung, PSA, Staubabsaugung.

Typische Nachweise: Sichtprüfung, Lasttest, Betriebsanweisung.

HZ-M-021 — Pressverletzung in Press- oder Stanzprozessen

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch hohe Kräfte in Pressbereichen.

Typische Ursachen: Fehlender Handschutz, ungesicherter Einlegebereich, Zweihandfehler.

Gefährliche Situation: Hände befinden sich beim Presshub im Werkzeugbereich.

Mögliche Schäden: Quetschung, Amputation, tödliche Verletzung.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter.

Relevante Lebensphasen: Produktion, Einrichten, Testhub.

Typische Komponenten: Presse, Stanze, Hubzylinder.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Zweihandsteuerung, Lichtgitter, Werkzeugschutz, Zustandsüberwachung.

Typische Nachweise: Sicherheitsfunktionstest, Zyklustest, Abnahme.

HZ-M-022 — Bewegte Lasten im Transportbereich

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch fahrende oder transportierende Einheiten im innerbetrieblichen Materialfluss.

Typische Ursachen: Fehlende Trennung von Verkehrswegen, fehlende Erkennung, Fehlsteuerung.

Gefährliche Situation: Person kreuzt den Fahrweg eines Förderwagens oder Shuttles.

Mögliche Schäden: Anstoß, Überrollung, Quetschung.

Betroffene Rollen: Logistikpersonal, Bediener, Besucher.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Logistik, Wartung.

Typische Komponenten: AGV, Shuttle, Kettenförderer, Rollenbahn.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Wegekonzept, Sensorik, Warnsysteme, Geschwindigkeitsbegrenzung.

Typische Nachweise: Verkehrswegeprüfung, Funktionstest, Betriebsanweisung.

HZ-M-023 — Unkontrolliertes Nachlaufen bewegter Teile

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch Restbewegung nach dem Stoppbefehl.

Typische Ursachen: Trägheit, fehlende Bremsung, falsche Stillstandserkennung.

Gefährliche Situation: Person geht nach Stoppsignal von sofortigem Stillstand aus und greift ein.

Mögliche Schäden: Quetschen, Stoßen, Schnittverletzung.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Reinigung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Reinigung, Wartung.

Typische Komponenten: Lüfter, Walzen, Schwungräder, Spindeln.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Bremsen, Stillstandsüberwachung, Verriegelung bis Stillstand.

Typische Nachweise: Sicherheitsfunktionstest, Messprotokoll.

HZ-M-024 — Ungesicherte Schwerkraftbewegung

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch Absinken oder Abfallen von Lasten oder Baugruppen infolge Schwerkraft.

Typische Ursachen: Energieausfall, Bremsversagen, fehlende Haltemechanismen.

Gefährliche Situation: Vertikalachse oder Klappe sinkt unkontrolliert ab.

Mögliche Schäden: Quetschung, Anprall, tödliche Verletzung.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung, Energieabschaltung.

Typische Komponenten: Hubachsen, Hubtische, Klappen, Greiferachsen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Haltebremsen, mechanische Sicherungen, Energieüberwachung.

Typische Nachweise: Funktionstest, Bremsentest, Wartungsprotokoll.

HZ-M-025 — Federkraftbedingte Rückstellbewegung

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch plötzliches Zurückschnellen federbelasteter Teile.

Typische Ursachen: Entspannen von Federn, nicht gesicherter Ausbau, Fehljustage.

Gefährliche Situation: Wartungspersonal löst Halterungen oder Schutzabdeckungen.

Mögliche Schäden: Augenverletzung, Schlagverletzung, Schnittwunde.

Betroffene Rollen: Wartung, Montage.

Relevante Lebensphasen: Wartung, Reparatur, Montage.

Typische Komponenten: Federmechanismen, Spannsysteme, Klappen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Entspannprozedur, mechanische Sicherung, Wartungsanweisung.

Typische Nachweise: Arbeitsanweisung, Unterweisungsnachweis.

HZ-M-026 — Torsions- und Biegebruch an Wellen oder Armen

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch Materialversagen infolge Torsion oder Biegung.

Typische Ursachen: Überlast, Resonanz, falsche Auslegung, Schwingung.

Gefährliche Situation: Mechanisches Element versagt unter Last und schlägt aus.

Mögliche Schäden: Anprall, Wegschleudern, Folgeschäden.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Testlauf, Wartung.

Typische Komponenten: Wellen, Roboterarme, Hebel, Spindeln.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Festigkeitsnachweis, Zustandsüberwachung, Lastbegrenzung.

Typische Nachweise: Berechnung, Prüfprotokoll, Wartungsbericht.

HZ-M-027 — Resonanzbedingte Gefährdung

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch verstärkte Schwingungen mit möglichem Versagen oder Kontrollverlust.

Typische Ursachen: Falsche Eigenfrequenzlage, Unwucht, Prozessänderung.

Gefährliche Situation: Maschine schwingt stark, Bauteile lockern sich oder brechen.

Mögliche Schäden: Bruch, Wegschleudern, Lärm, Vibrationsexposition.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Inbetriebnahme, Betrieb, Kalibrierung.

Typische Komponenten: Gestelle, Spindeln, Schwingförderer.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Auslegung, Dämpfung, Überwachung, Grenzwertüberwachung.

Typische Nachweise: Berechnung, Testlauf, Messprotokoll.

HZ-M-028 — Einklemmen an Klappen, Türen und Verkleidungen

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr des Einklemmens von Fingern oder Händen an schließenden Elementen.

Typische Ursachen: Schwere Türen, Feder-/Pneumatikunterstützung, fehlende Dämpfung.

Gefährliche Situation: Bediener schließt Zugangsklappe oder Wartungstür.

Mögliche Schäden: Fingerquetschung, Prellung, Fraktur.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Reinigung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Reinigung, Wartung.

Typische Komponenten: Türen, Hauben, Klappen, Wartungsabdeckungen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Dämpfung, Griffgestaltung, Schutzspalte, Warnhinweise.

Typische Nachweise: Sichtprüfung, Funktionsprüfung.

HZ-M-029 — Unerwartete Werkzeugbewegung beim Wechsel

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch unbeabsichtigtes Bewegen von Werkzeugen während Rüst- oder Wechselvorgängen.

Typische Ursachen: Restenergie, Fehlbedienung, ungesicherter Moduswechsel.

Gefährliche Situation: Einrichter wechselt Werkzeug und Achse oder Werkzeug bewegt sich.

Mögliche Schäden: Quetschung, Schnittverletzung, Stoß.

Betroffene Rollen: Einrichter, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Umrüstung, Einrichten, Wartung.

Typische Komponenten: Werkzeugmagazine, Spindeln, Greifer.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Sichere Betriebsart, Zustimmschalter, Energieabschaltung.

Typische Nachweise: Modustest, Arbeitsanweisung, Sicherheitsfunktionstest.

HZ-M-030 — Personenkontakt mit frei bewegten Lastarmen

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch schwenkende oder auskragende Lastaufnahmen und Hebelarme.

Typische Ursachen: Falscher Bewegungsraum, mangelhafte Trennung, Sichtbehinderung.

Gefährliche Situation: Person steht im Ausschwenkbereich.

Mögliche Schäden: Anstoß, Quetschung, Sturz.

Betroffene Rollen: Bediener, Besucher, Logistikpersonal.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung.

Typische Komponenten: Schwenkarme, Manipulatoren, Hebeeinheiten.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Bereichssperre, reduzierte Geschwindigkeit, Warnsystem.

Typische Nachweise: Layoutreview, Sicherheitsfunktionstest.

HZ-M-031 — Scharfkantige Späne oder Splitter

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch scharfkantige Abfallprodukte von Zerspanungs- oder Bearbeitungsprozessen.

Typische Ursachen: Bearbeitungsvorgang, Reinigung ohne Werkzeuge, fehlende Späneführung.

Gefährliche Situation: Personal entfernt Späne manuell oder kommt mit ihnen in Kontakt.

Mögliche Schäden: Schnittverletzungen, Augenverletzungen.

Betroffene Rollen: Bediener, Reinigung, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Reinigung, Wartung.

Typische Komponenten: Späneförderer, Bearbeitungsräume, Auffangwannen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Geschlossene Führung, Werkzeuge zur Entfernung, PSA, Reinigungsanweisung.

Typische Nachweise: Betriebsanweisung, Sichtprüfung.

HZ-M-032 — Gefährdung durch manuelle Kraftaufwendung

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr von Verletzungen durch hohe Bedienkräfte oder manuelles Bewegen schwerer Teile.

Typische Ursachen: Schwere Türen, fehlende Hilfsmittel, unergonomische Gestaltung.

Gefährliche Situation: Bediener öffnet schwere Abdeckung oder bewegt Werkstück manuell.

Mögliche Schäden: Muskel-Skelett-Verletzungen, Quetschungen, Zerrungen.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Logistikpersonal.

Relevante Lebensphasen: Umrüstung, Reinigung, Wartung.

Typische Komponenten: Schutzhauben, Werkzeugträger, Wechselteile.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Ergonomisches Design, Hebehilfen, Kraftreduzierung.

Typische Nachweise: Ergonomiebewertung, Sichtprüfung.

HZ-M-033 — Verkanten von Werkstücken oder Trägern

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch schlagartiges Lösen oder Kippen verkeilter Teile.

Typische Ursachen: Falsches Format, Verschleiß, Toleranzfehler, unsaubere Zuführung.

Gefährliche Situation: Bediener greift zur Störungsbeseitigung ein.

Mögliche Schäden: Quetschung, Schlagverletzung, Schnittverletzung.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Störungsbeseitigung, Setup.

Typische Komponenten: Magazine, Förderer, Weichen, Werkstückträger.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Formatkontrolle, Entstörkonzept, sichere Zugänge.

Typische Nachweise: Funktionstest, Arbeitsanweisung.

HZ-M-034 — Gefährdung durch manuelles Heben schwerer Komponenten

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch manuelles Bewegen schwerer Lasten oder Maschinenteile.

Typische Ursachen: Fehlende Hebehilfen, unzureichende Planung, enge Zugänge.

Gefährliche Situation: Wartung oder Umrüstung mit schwerem Bauteilwechsel.

Mögliche Schäden: Rückenverletzung, Sturz, Quetschung durch Lastabwurf.

Betroffene Rollen: Wartung, Montage, Logistikpersonal.

Relevante Lebensphasen: Montage, Umrüstung, Reparatur.

Typische Komponenten: Motoren, Werkzeuge, Verkleidungen, Module.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Hebepunkte, Lastaufnahmehilfen, Gewichtskennzeichnung.

Typische Nachweise: Montageanweisung, Risikobewertung, Sichtprüfung.

HZ-M-035 — Gefährdung durch stoßende Rückschläge

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch plötzlichen Rückschlag eines Werkstücks oder Werkzeugs.

Typische Ursachen: Blockierung, falsche Bearbeitungsparameter, unsichere Führung.

Gefährliche Situation: Werkzeug greift aggressiv ein, Werkstück schlägt zurück.

Mögliche Schäden: Hand-/Armverletzung, Augenverletzung, Anprall.

Betroffene Rollen: Bediener.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Einrichten.

Typische Komponenten: Sägen, Fräsen, Handlingsysteme.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Prozessbegrenzung, Führung, Schutzhaube, Schulung.

Typische Nachweise: Testlauf, Betriebsanweisung.

HZ-M-036 — Gefährdung durch unzureichende Sicht auf Bewegungsraum

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr, weil Bediener Bewegungen oder Gefahrenzonen nicht ausreichend erkennen kann.

Typische Ursachen: schlechte HMI, verdeckte Bereiche, fehlende Signalisierung.

Gefährliche Situation: Person tritt in aktiven Bewegungsraum ohne Wahrnehmung der Gefahr ein.

Mögliche Schäden: Kollision, Quetschung, Anstoß.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter, Besucher.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Setup, Wartung.

Typische Komponenten: Einhausungen, Robotikzellen, Fördertechnik.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Sichtfenster, Kameras, Signale, Layoutanpassung.

Typische Nachweise: Designreview, Bedienkonzeptprüfung.

HZ-M-037 — Gefährdung durch ungesicherte manuelle Eingriffe

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch Eingriffe in laufende Prozesse ohne sichere Betriebsart.

Typische Ursachen: Produktionsdruck, schlechte Zugänglichkeit, fehlende Interlocks.

Gefährliche Situation: Bediener beseitigt Fehler oder richtet nach, während Bewegung aktiv bleibt.

Mögliche Schäden: Quetschung, Schnitt, Kollision.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Störungsbeseitigung, Setup.

Typische Komponenten: Förderer, Bearbeitungsräume, Greifer.

Bevorzugte Maßnahmenarten: sichere Betriebsarten, Interlocks, Prozessoptimierung, Schulung.

Typische Nachweise: Arbeitsanweisung, Sicherheitsfunktionstest.

HZ-M-038 — Gefährdung durch fehlende mechanische Endanschläge

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch Überfahren zulässiger Verfahrwege oder Bewegungsgrenzen.

Typische Ursachen: Steuerungsfehler, Sensorversagen, falsche Parametrierung.

Gefährliche Situation: Achse fährt über Soll-Endlage hinaus und kollidiert.

Mögliche Schäden: Kollision, Bruch, Wegschleudern, Personengefährdung.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Inbetriebnahme, Kalibrierung, Betrieb.

Typische Komponenten: Linearachsen, Portale, Hubsysteme.

Bevorzugte Maßnahmenarten: mechanische Anschläge, sichere Endlagenüberwachung, Parametrierkontrolle.

Typische Nachweise: Funktionstest, Konstruktionsreview.

HZ-M-039 — Gefährdung durch unsichere Werkzeugmagazine

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch automatische Werkzeugwechsel- und Magazinbewegungen.

Typische Ursachen: Fehlende Abdeckung, falsche Synchronisation, Bedienereingriff.

Gefährliche Situation: Person greift in Bereich eines wechselnden Werkzeugs.

Mögliche Schäden: Stoß, Schnitt, Quetschung.

Betroffene Rollen: Einrichter, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Umrüstung, Werkzeugwechsel, Wartung.

Typische Komponenten: Werkzeugmagazin, Wechsler, Greifer.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Verriegelung, sichere Betriebsart, Zustimmschalter.

Typische Nachweise: Sicherheitsfunktionstest, Arbeitsanweisung.

HZ-M-040 — Gefährdung durch unkontrollierten Materialauswurf

Kategorie: Mechanisch

Beschreibung: Gefahr durch Auswurf von Ausschuss, Restmaterial oder Teilen aus Prozesslinien.

Typische Ursachen: Prozessfehler, Blockade, Druckstoß, fehlerhafte Weiche.

Gefährliche Situation: Material verlässt Linie seitlich oder nach oben.

Mögliche Schäden: Anprall, Augenverletzung, Sturz.

Betroffene Rollen: Bediener, Logistikpersonal.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Testlauf.

Typische Komponenten: Förderer, Ausschleuser, Pneumatikweichen, Bearbeitungsraum.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Umhausung, Leitbleche, Prozessüberwachung.

Typische Nachweise: Funktionstest, Sichtprüfung.

B. Elektrische Gefährdungen (20)

HZ-E-001 — Direkter Kontakt mit spannungsführenden Teilen

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr eines elektrischen Schlages durch Berührung aktiver Leiter oder Kontakte.

Typische Ursachen: offene Schaltschrankteile, fehlende Abdeckung, Arbeiten unter Spannung.

Gefährliche Situation: Person berührt bei Wartung oder Störung spannungsführende Elemente.

Mögliche Schäden: Stromschlag, Verbrennung, Herzrhythmusstörung, Tod.

Betroffene Rollen: Elektriker, Wartung, Service.

Relevante Lebensphasen: Wartung, Fehlersuche, Inbetriebnahme.

Typische Komponenten: Schaltschrank, Klemmen, Netzteile, Leistungsmodule.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Berührungsschutz, Freischaltung, LOTO, Zugangsberechtigung.

Typische Nachweise: Schutzleiterprüfung, Sichtprüfung, Arbeitsfreigabe.

HZ-E-002 — Indirekter Kontakt über leitfähige Gehäuse

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr, dass im Fehlerfall berührbare leitfähige Teile Spannung annehmen.

Typische Ursachen: Isolationsfehler, fehlender PE, defektes Netzteil.

Gefährliche Situation: Bediener berührt Gehäuse mit Fehlerstromführung.

Mögliche Schäden: Stromschlag, Verbrennung, Tod.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Besucher.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung.

Typische Komponenten: Gehäuse, Antriebe, Heizungen, Bedienpanel.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Schutzerdung, Abschaltkonzept, Isolationsüberwachung.

Typische Nachweise: Schutzleiterprüfung, Isolationsmessung, Prüfprotokoll.

HZ-E-003 — Lichtbogenbildung

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr durch hohen Energieeintrag, Hitze und Druckwelle infolge Lichtbogen.

Typische Ursachen: Kurzschluss, Schaltfehler, lose Kontakte, Arbeiten unter Spannung.

Gefährliche Situation: Schaltvorgang oder Fehler löst Lichtbogen im Schaltschrank aus.

Mögliche Schäden: Verbrennung, Augenverletzung, Brand, Tod.

Betroffene Rollen: Elektriker, Service.

Relevante Lebensphasen: Inbetriebnahme, Wartung, Fehlersuche.

Typische Komponenten: Schaltgeräte, Sammelschienen, Klemmen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Abschottung, geeignete Schaltgeräte, Freischaltregeln, PSA.

Typische Nachweise: Prüfprotokoll, Schaltplanreview, Arbeitsanweisung.

HZ-E-004 — Kurzschluss

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr durch hohen Kurzschlussstrom mit thermischer und mechanischer Wirkung.

Typische Ursachen: Verdrahtungsfehler, Isolationsversagen, Feuchtigkeit.

Gefährliche Situation: Fehler führt zu starker Erwärmung, Lichtbogen oder Folgeschäden.

Mögliche Schäden: Brand, Verbrennung, Sekundärschäden.

Betroffene Rollen: Elektriker, Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Inbetriebnahme, Wartung.

Typische Komponenten: Netzverteilung, Schaltschränke, Leitungen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Absicherung, Kurzschlussschutz, saubere Verdrahtung.

Typische Nachweise: Schaltplanprüfung, Kurzschlussprüfung, Abnahme.

HZ-E-005 — Überstrom und Überlastung elektrischer Kreise

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr der Erwärmung und Beschädigung durch zu hohen Betriebsstrom.

Typische Ursachen: Überlast, falsche Auslegung, blockierte Motoren.

Gefährliche Situation: Bauteile überhitzen und versagen oder verursachen Brand.

Mögliche Schäden: Brand, Rauch, Ausfall, Sekundärverletzung.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Inbetriebnahme.

Typische Komponenten: Motoren, Leitungen, Netzteile, Sicherungen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Überstromschutz, Dimensionierung, Temperaturüberwachung.

Typische Nachweise: Lasttest, Schaltplanreview, Prüfprotokoll.

HZ-E-006 — Isolationsfehler

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr durch beschädigte oder unzureichende Isolation elektrischer Leiter.

Typische Ursachen: Alterung, mechanische Beschädigung, Feuchte, Verschmutzung.

Gefährliche Situation: Fehlerstrom tritt an berührbaren Teilen oder in unerwarteten Pfaden auf.

Mögliche Schäden: Stromschlag, Brand, Anlagenausfall.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Elektriker.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung, Reinigung.

Typische Komponenten: Kabel, Motoren, Heizungen, Steckverbinder.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Isolationsüberwachung, Schutzarten, Kabelführung.

Typische Nachweise: Isolationsmessung, Sichtprüfung.

HZ-E-007 — Fehlende oder unzureichende Erdung

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr, dass Fehlerströme nicht sicher abgeführt werden.

Typische Ursachen: Montagefehler, Korrosion, gebrochener PE, fehlende Verbindung.

Gefährliche Situation: Gehäuse wird im Fehlerfall spannungsführend.

Mögliche Schäden: Stromschlag, Brand.

Betroffene Rollen: Bediener, Elektriker, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Montage, Inbetriebnahme, Betrieb.

Typische Komponenten: Gehäuse, Schaltschränke, Motoren.

Bevorzugte Maßnahmenarten: PE-Konzept, Erdungsmessung, Montagekontrolle.

Typische Nachweise: Schutzleiterprüfung, Erdungsmessung.

HZ-E-008 — Überspannung und Transienten

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr durch kurzzeitige Spannungsspitzen, die Bauteile beschädigen.

Typische Ursachen: Netzstörungen, Schalthandlungen, Blitznähe.

Gefährliche Situation: Elektronik fällt aus oder reagiert unkontrolliert.

Mögliche Schäden: Geräteausfall, Brand, Fehlbewegung durch Steuerungsausfall.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, IT/Elektrik.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Inbetriebnahme.

Typische Komponenten: SPS, Netzteile, Sensorik, Kommunikationstechnik.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Überspannungsschutz, Filter, EMV-gerechtes Design.

Typische Nachweise: Schaltplanreview, EMV-/Abnahmetest.

HZ-E-009 — Blitzwirkung auf Anlagen

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr direkter oder indirekter Blitzeinwirkung auf elektrische Systeme.

Typische Ursachen: fehlender Blitzschutz, lange Außenleitungen, ungeeignete Ableitung.

Gefährliche Situation: Überspannung oder Zerstörung von Komponenten.

Mögliche Schäden: Brand, Stromschlag, Totalausfall.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Gebäudenutzer.

Relevante Lebensphasen: Betrieb.

Typische Komponenten: Außenanlagen, Antennen, Netzanschlüsse.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Blitz-/Überspannungsschutz, Erdung, Zonenkonzept.

Typische Nachweise: Planungsdokumente, Messprotokoll.

HZ-E-010 — Kontaktfehler und lose Verbindungen

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr durch erhöhte Übergangswiderstände und lokale Erwärmung.

Typische Ursachen: schlechte Montage, Vibration, Korrosion, falsches Anzugsmoment.

Gefährliche Situation: Klemme wird heiß, Lichtbogen oder Ausfall entsteht.

Mögliche Schäden: Brand, Rauch, Systemausfall.

Betroffene Rollen: Elektriker, Wartung, Bediener.

Relevante Lebensphasen: Montage, Betrieb, Wartung.

Typische Komponenten: Klemmen, Stecker, Schütze.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Montagevorgaben, Wartung, Inspektion, Thermografie.

Typische Nachweise: Sichtprüfung, Wartungsprotokoll, Messprotokoll.

HZ-E-011 — Kabelbruch oder gequetschte Leitungen

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr durch mechanisch beschädigte Leitungen mit möglicher Strom- oder Signalunterbrechung.

Typische Ursachen: schlechte Führung, Reibung, Biegebeanspruchung, Quetschung.

Gefährliche Situation: Schutzisolierung wird beschädigt oder Steuerung erhält falsche Signale.

Mögliche Schäden: Stromschlag, Fehlfunktion, Brand, Fehlbewegung.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Elektriker.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung, Montage.

Typische Komponenten: Energieketten, Anschlussleitungen, Schleppkabel.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Kabelführung, Zugentlastung, Schutzschlauch, Inspektion.

Typische Nachweise: Sichtprüfung, Wartungsprotokoll.

HZ-E-012 — Feuchtebedingte elektrische Gefährdung

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr durch Kondensat, Spritzwasser oder Reinigungsmedien an elektrischen Komponenten.

Typische Ursachen: unzureichende Schutzart, Reinigung, Leckagen, Klimaeinflüsse.

Gefährliche Situation: Feuchte verursacht Kriechstrom, Kurzschluss oder Berührungsgefahr.

Mögliche Schäden: Stromschlag, Brand, Anlagenstillstand.

Betroffene Rollen: Reinigung, Wartung, Bediener.

Relevante Lebensphasen: Reinigung, Betrieb, Wartung.

Typische Komponenten: Bedienpanel, Sensorik, Schaltschränke, Klemmenkästen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Schutzart, Dichtungskonzept, Trennung von Nass-/Elektrikbereich.

Typische Nachweise: Sichtprüfung, Schutzartenachweis.

HZ-E-013 — Fehlstrom über unerwartete Pfade

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr durch Fehlerströme über Gehäuse, Rohrleitungen oder Hilfskonstruktionen.

Typische Ursachen: PE-Fehler, Potenzialprobleme, beschädigte Isolation.

Gefährliche Situation: Person berührt leitfähige Teile unterschiedlicher Potenziale.

Mögliche Schäden: Stromschlag, Verbrennung.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Elektriker.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung.

Typische Komponenten: Gehäuse, Gestell, Rohrsysteme.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Potenzialausgleich, Erdung, Fehlerstromschutz.

Typische Nachweise: Messprotokolle, Schutzleiterprüfung.

HZ-E-014 — Schütz- oder Relaisversagen

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr, dass Leistungs- oder Sicherheitsabschaltung elektrisch nicht wirksam wird.

Typische Ursachen: Kontaktverschweißung, Überlast, falsche Dimensionierung.

Gefährliche Situation: Stoppsignal wird gegeben, Antrieb bleibt dennoch versorgt.

Mögliche Schäden: Fehlbewegung, Folgeunfall, Brand.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Einrichter.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Störung, Wartung.

Typische Komponenten: Schütze, Relais, Leistungsschalter.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Diagnose, Redundanz, geeignete Auslegung, Testzyklen.

Typische Nachweise: Sicherheitsfunktionstest, Wartungsprotokoll.

HZ-E-015 — Steuerstromausfall mit sicherheitskritischer Folge

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr, dass der Verlust der Steuerspannung zu unsicherem Zustand führt.

Typische Ursachen: Netzteilversagen, Leitungsbruch, Klemme lose.

Gefährliche Situation: Aktor fällt in unerwarteten Zustand oder verliert Haltefunktion.

Mögliche Schäden: Fehlbewegung, Lastabfall, Prozessverlust.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung.

Typische Komponenten: SPS-Versorgung, Ventile, Schütze, Sicherheitsmodule.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Fail-safe-Auslegung, Energiezustandsanalyse, Notabschaltkonzept.

Typische Nachweise: Fault-Injection-Test, Systemtest.

HZ-E-016 — Elektrische Erwärmung von Oberflächen

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr durch heiße elektrische Komponenten und Kontaktflächen.

Typische Ursachen: Überlast, Kontaktfehler, unzureichende Kühlung.

Gefährliche Situation: Person berührt stark erhitzte Gehäuse oder Komponenten.

Mögliche Schäden: Verbrennungen, Brand.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung.

Typische Komponenten: Widerstände, Heizer, Netzteile, Antriebe.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Abschirmung, Temperaturüberwachung, Warnhinweis.

Typische Nachweise: Temperaturmessung, Sichtprüfung.

HZ-E-017 — Fehlerhafte Steckverbindungen

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr durch falsches Stecken, lose Stecker oder Verpolung.

Typische Ursachen: fehlende Kodierung, Montagefehler, Vibration.

Gefährliche Situation: Versorgung oder Signale werden falsch geführt.

Mögliche Schäden: Funktionsausfall, Überhitzung, Fehlbewegung.

Betroffene Rollen: Montage, Wartung, Service.

Relevante Lebensphasen: Montage, Wartung, Reparatur.

Typische Komponenten: Steckverbinder, Modulkabel, Sensoranschlüsse.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Kodierung, Verriegelung, Beschriftung, Prüfprozess.

Typische Nachweise: Sichtprüfung, Funktionsprüfung.

HZ-E-018 — Batterie- oder Energiespeichergefährdung

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr durch gespeicherte elektrische Energie, thermisches Durchgehen oder Kurzschluss.

Typische Ursachen: Fehlbedienung, Beschädigung, falsches Ladeverfahren.

Gefährliche Situation: Speicher wird gewartet, ausgebaut oder kurzgeschlossen.

Mögliche Schäden: Stromschlag, Verbrennung, Brand, Explosion.

Betroffene Rollen: Wartung, Service, Elektriker.

Relevante Lebensphasen: Wartung, Reparatur, Entsorgung.

Typische Komponenten: Batterien, USV, Kondensatorbänke.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Entladeeinrichtung, Schutzabdeckung, Arbeitsanweisung, Temperaturüberwachung.

Typische Nachweise: Prüfprotokoll, Wartungsanweisung.

HZ-E-019 — Fehlende Trennung von Leistungs- und Steuerkreisen

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr durch Rückwirkungen oder Übertragung gefährlicher Spannungen in Steuerkreise.

Typische Ursachen: Verdrahtungsfehler, Designfehler, mangelhafte Isolation.

Gefährliche Situation: Niederspannungskreis wird gefährlich hoch beaufschlagt.

Mögliche Schäden: Stromschlag, Elektronikversagen, Sicherheitsfunktionsverlust.

Betroffene Rollen: Elektriker, Wartung, Bediener.

Relevante Lebensphasen: Inbetriebnahme, Wartung, Betrieb.

Typische Komponenten: I/O-Module, Netzteile, Klemmen, Feldgeräte.

Bevorzugte Maßnahmenarten: galvanische Trennung, saubere Auslegung, Prüfung.

Typische Nachweise: Schaltplanreview, Prüfprotokoll.

HZ-E-020 — Restladung nach Abschaltung

Kategorie: Elektrisch

Beschreibung: Gefahr, dass nach dem Ausschalten noch gefährliche Spannungen vorhanden sind.

Typische Ursachen: Kondensatoren, Speicher, Entladezeit unterschätzt.

Gefährliche Situation: Wartung unmittelbar nach Abschaltung.

Mögliche Schäden: Stromschlag, Verbrennung.

Betroffene Rollen: Wartung, Elektriker.

Relevante Lebensphasen: Wartung, Reparatur, Demontage.

Typische Komponenten: Frequenzumrichter, Kondensatorbänke, Netzteile.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Entladeeinrichtung, Wartezeitkennzeichnung, Spannungsnachweis.

Typische Nachweise: Messprotokoll, Arbeitsanweisung.

C. Thermische Gefährdungen (10)

HZ-T-001 — Heiße Oberflächen

Kategorie: Thermisch

Beschreibung: Gefahr durch Berührung erhitzter Anlagenteile.

Typische Ursachen: Prozesswärme, elektrische Erwärmung, fehlende Isolierung.

Gefährliche Situation: Bediener oder Wartungspersonal berührt heiße Gehäuse, Leitungen oder Werkstücke.

Mögliche Schäden: Verbrennungen ersten bis dritten Grades.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Reinigung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung, Reinigung.

Typische Komponenten: Heizzonen, Öfen, Motoren, Prozessleitungen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Isolierung, Abschirmung, Kennzeichnung, Temperaturbegrenzung.

Typische Nachweise: Temperaturmessung, Sichtprüfung.

HZ-T-002 — Kalte Oberflächen und Kältebereiche

Kategorie: Thermisch

Beschreibung: Gefahr von Kälteverletzungen durch Kontakt mit sehr kalten Oberflächen oder Medien.

Typische Ursachen: Kühlprozesse, Kältemedien, fehlende Isolierung.

Gefährliche Situation: Berührung kalter Leitungen oder Komponenten bei Betrieb/Wartung.

Mögliche Schäden: Kälteverbrennung, Hautschädigung, Erfrierung.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung, Reinigung.

Typische Komponenten: Kühlleitungen, Kühlaggregate, Wärmetauscher.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Isolierung, Kennzeichnung, PSA, Zugangskonzept.

Typische Nachweise: Sichtprüfung, Betriebsanweisung.

HZ-T-003 — Wärmestrahlung

Kategorie: Thermisch

Beschreibung: Gefahr durch intensive Strahlungswärme aus Prozessen oder heißen Oberflächen.

Typische Ursachen: offene Ofenbereiche, heiße Werkstücke, fehlende Abschirmung.

Gefährliche Situation: Person arbeitet nahe starker Wärmequelle.

Mögliche Schäden: Verbrennungen, Hitzestress, Augenschäden.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung.

Typische Komponenten: Ofen, Trockner, Schmelzbereich.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Abschirmung, Distanz, Lüftung, PSA.

Typische Nachweise: Messung, Arbeitsplatzbewertung.

HZ-T-004 — Überhitzung von Komponenten oder Prozessen

Kategorie: Thermisch

Beschreibung: Gefahr durch unkontrollierte Temperaturanstiege mit Folgeversagen.

Typische Ursachen: Kühlungsfehler, Überlast, Sensorfehler.

Gefährliche Situation: Komponente überhitzt und führt zu Brand, Ausfall oder unsicherem Verhalten.

Mögliche Schäden: Brand, Rauch, Verbrennung, Fehlfunktion.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Inbetriebnahme.

Typische Komponenten: Motoren, Heizer, Leistungselektronik, Lager.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Temperaturüberwachung, Abschaltung, Auslegung, Alarmierung.

Typische Nachweise: Temperaturtest, Funktionstest.

HZ-T-005 — Brandentstehung

Kategorie: Thermisch

Beschreibung: Gefahr der Entzündung brennbarer Stoffe oder Komponenten.

Typische Ursachen: Überhitzung, Kurzschluss, Funken, Reibung.

Gefährliche Situation: Brennbarer Stoff oder Bauteil entzündet sich im oder am Prozess.

Mögliche Schäden: Verbrennung, Rauchgasvergiftung, Sachschaden, Tod.

Betroffene Rollen: Alle im Gefahrenbereich befindlichen Personen.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung, Reinigung.

Typische Komponenten: Schaltschränke, Heizmodule, Staubbereiche.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Brandschutzkonzept, Temperaturgrenzen, Detektion, Materialwahl.

Typische Nachweise: Prüfung, Brandschutzdokumentation.

HZ-T-006 — Explosion durch entzündliche Gemische

Kategorie: Thermisch

Beschreibung: Gefahr durch Zündung explosionsfähiger Atmosphäre oder Gemische.

Typische Ursachen: Dämpfe, Stäube, Leckagen, Funkenquellen.

Gefährliche Situation: Zündfähiges Gemisch trifft auf Zündquelle.

Mögliche Schäden: Druckwelle, Verbrennungen, schwere Mehrfachverletzungen, Tod.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Reinigung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Reinigung, Wartung.

Typische Komponenten: Behälter, Trockner, Dosiersysteme, Lackieranlagen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Ex-Schutzkonzept, Lüftung, Zündquellenvermeidung.

Typische Nachweise: Gefährdungsbeurteilung, Prüfdokumentation.

HZ-T-007 — Funkenbildung mit Entzündungsgefahr

Kategorie: Thermisch

Beschreibung: Gefahr durch Prozess- oder Fehlerfunken in brennbarer Umgebung.

Typische Ursachen: Schleifen, Kontaktfehler, mechanischer Abrieb.

Gefährliche Situation: Funken treffen auf brennbare Stoffe oder Staubwolken.

Mögliche Schäden: Brand, Explosion, Verbrennung.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung.

Typische Komponenten: Schleifanlagen, Schalter, Kontaktstellen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Abschirmung, Absaugung, Materialtrennung, Wartung.

Typische Nachweise: Sichtprüfung, Prozessbewertung.

HZ-T-008 — Überdruckbedingte thermische Gefährdung

Kategorie: Thermisch

Beschreibung: Gefahr durch heißen Austritt von Dampf, Gas oder Medien unter Druck.

Typische Ursachen: Ventilfehler, verstopfte Leitungen, Überhitzung von Behältern.

Gefährliche Situation: Heißes Medium tritt plötzlich aus.

Mögliche Schäden: Verbrühung, Verbrennung, Anprall.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung, Störung.

Typische Komponenten: Dampfleitungen, Ventile, Druckbehälter.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Druckbegrenzung, Abschirmung, Inspektion.

Typische Nachweise: Prüfprotokoll, Wartungsbericht.

HZ-T-009 — Verbrühung durch heiße Flüssigkeiten

Kategorie: Thermisch

Beschreibung: Gefahr des Kontakts mit heißen Flüssigkeiten oder Reinigungsmedien.

Typische Ursachen: Leckagen, Öffnen unter Druck, Fehlbedienung.

Gefährliche Situation: Bediener oder Wartungspersonal wird mit heißem Medium getroffen.

Mögliche Schäden: Verbrühung, Verbrennung, Augenschaden.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Reinigung.

Relevante Lebensphasen: Reinigung, Wartung, Betrieb.

Typische Komponenten: Tanks, Leitungen, CIP-Systeme, Wärmetauscher.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Drucklosmachen, Kennzeichnung, Entleerprozedur, PSA.

Typische Nachweise: Arbeitsanweisung, Prüfdokumente.

HZ-T-010 — Frost- oder Temperaturschockschäden

Kategorie: Thermisch

Beschreibung: Gefahr durch rasche Temperaturwechsel an Materialien, Werkzeugen oder Körperteilen.

Typische Ursachen: Kältemedien, Prozesswechsel, Reinigungszyklen.

Gefährliche Situation: Person berührt stark abgekühlte Flächen oder Bauteile versagen thermisch.

Mögliche Schäden: Hautverletzung, Leckage, Materialbruch.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Reinigung, Wartung.

Typische Komponenten: Kühlmodule, Behälter, Leitungen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Materialauswahl, Isolierung, Arbeitsanweisung.

Typische Nachweise: Designreview, Betriebsanweisung.

D. Pneumatische / Hydraulische Gefährdungen (15)

HZ-PH-001 — Druckverlust mit sicherheitskritischer Folge

Kategorie: Pneumatik/Hydraulik

Beschreibung: Gefahr, dass der Verlust des Betriebsdrucks zu unsicherem Verhalten führt.

Typische Ursachen: Leckage, Pumpen-/Kompressorausfall, Ventilfehler.

Gefährliche Situation: Lasten sinken ab, Spannsysteme lösen, Aktoren verlieren sichere Lage.

Mögliche Schäden: Quetschung, Lastabwurf, Kollision.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung, Energieausfall.

Typische Komponenten: Zylinder, Spannsysteme, Hubachsen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Fail-safe-Auslegung, Halteventile, Drucküberwachung.

Typische Nachweise: Funktionstest, Fault-Injection-Test.

HZ-PH-002 — Druckspitzen und Stoßbelastung

Kategorie: Pneumatik/Hydraulik

Beschreibung: Gefahr durch kurzzeitige Druckanstiege mit schlagartiger Aktorbewegung oder Leitungsbelastung.

Typische Ursachen: Ventilumschaltung, falsche Dämpfung, Fehlparametrierung.

Gefährliche Situation: Zylinder fährt ruckartig oder Leitung versagt.

Mögliche Schäden: Stoßverletzung, Schlauchbruch, Bauteilschaden.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Inbetriebnahme.

Typische Komponenten: Ventile, Zylinder, Leitungen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Dämpfung, Druckbegrenzung, Parametrierung.

Typische Nachweise: Funktionstest, Parametrierprüfung.

HZ-PH-003 — Schlauchbruch

Kategorie: Pneumatik/Hydraulik

Beschreibung: Gefahr durch Versagen druckführender Schläuche.

Typische Ursachen: Alterung, Abrieb, Überdruck, falsche Verlegung.

Gefährliche Situation: Druckmedium tritt unkontrolliert aus, Bewegung wird unkontrolliert.

Mögliche Schäden: Schlagverletzung, Verbrühung bei Heißmedien, Rutschgefahr.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung.

Typische Komponenten: Hydraulikschläuche, Pneumatikleitungen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Schlauchsicherung, Inspektion, Schutzschlauch.

Typische Nachweise: Wartungsprotokoll, Sichtprüfung.

HZ-PH-004 — Schlauchpeitschen

Kategorie: Pneumatik/Hydraulik

Beschreibung: Gefahr durch schlagendes Leitungsende nach Abriss oder Lösen unter Druck.

Typische Ursachen: mangelnde Sicherung, Materialversagen, falsche Kupplung.

Gefährliche Situation: Leitung reißt und schwingt unkontrolliert.

Mögliche Schäden: Schlagverletzung, Augenverletzung.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung, Anschließen/Abkoppeln.

Typische Komponenten: Druckluftschläuche, Schnellkupplungen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Peitschensicherungen, Druckentlastung, geeignete Kupplungen.

Typische Nachweise: Sichtprüfung, Arbeitsanweisung.

HZ-PH-005 — Leckage von Hydraulik- oder Pneumatikmedien

Kategorie: Pneumatik/Hydraulik

Beschreibung: Gefahr durch austretende Medien mit Prozess-, Umwelt- und Sicherheitsfolge.

Typische Ursachen: Dichtungsverschleiß, Montagefehler, Materialermüdung.

Gefährliche Situation: Medium tritt in Arbeitsraum aus und verursacht Rutsch- oder Kontaktgefahr.

Mögliche Schäden: Sturz, Hautkontakt, Brand bei geeigneten Medien, Prozessverlust.

Betroffene Rollen: Bediener, Reinigung, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung.

Typische Komponenten: Ventile, Zylinder, Leitungen, Pumpen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Leckageüberwachung, Auffangwannen, Wartung.

Typische Nachweise: Sichtprüfung, Wartungsbericht.

HZ-PH-006 — Ventilfehler

Kategorie: Pneumatik/Hydraulik

Beschreibung: Gefahr durch falsches Schalten, Hängenbleiben oder internes Leck eines Ventils.

Typische Ursachen: Verschmutzung, Verschleiß, elektrischer Fehler, Fehlparametrierung.

Gefährliche Situation: Aktor bewegt sich unerwartet oder hält Position nicht.

Mögliche Schäden: Quetschung, Kollision, Lastabwurf.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung, Inbetriebnahme.

Typische Komponenten: Wegeventile, Sicherheitsventile, Proportionalventile.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Diagnose, Filterung, sichere Ventilauswahl, Testzyklen.

Typische Nachweise: Funktionstest, Wartungsprotokoll.

HZ-PH-007 — Druckspeicherentladung

Kategorie: Pneumatik/Hydraulik

Beschreibung: Gefahr durch gespeicherte Energie in Druckspeichern oder Leitungen nach Abschaltung.

Typische Ursachen: fehlende Entlastung, unzureichende Kennzeichnung, Wartungsfehler.

Gefährliche Situation: Bauteil wird gelöst, während noch Druck anliegt.

Mögliche Schäden: Austritt von Medium, Schlag, Quetschung, Verbrühung.

Betroffene Rollen: Wartung, Service.

Relevante Lebensphasen: Wartung, Reparatur, Demontage.

Typische Komponenten: Druckspeicher, Hydraulikaggregate, Luftkessel.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Entlastungsprozedur, Manometer, Sperrventil, Kennzeichnung.

Typische Nachweise: Arbeitsanweisung, Messung.

HZ-PH-008 — Pumpenausfall mit Folgerisiko

Kategorie: Pneumatik/Hydraulik

Beschreibung: Gefahr, dass nach Pumpen- oder Kompressorausfall ein unsicherer Zustand entsteht.

Typische Ursachen: Energieausfall, mechanischer Defekt, Überhitzung.

Gefährliche Situation: Druck bricht zusammen, Kühlung fällt aus, Schmierung fehlt.

Mögliche Schäden: Lastabfall, Überhitzung, Ausfall von Sicherheitsfunktionen.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Störung.

Typische Komponenten: Hydraulikaggregat, Kompressor, Kühlsystem.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Überwachung, Redundanz, Fail-safe-Konzept.

Typische Nachweise: Funktionstest, Störungssimulation.

HZ-PH-009 — Hydraulikstrahl / Einspritzverletzung

Kategorie: Pneumatik/Hydraulik

Beschreibung: Gefahr durch hochdruckbedingtes Eindringen von Fluid in Haut oder Gewebe.

Typische Ursachen: feine Leckage, beschädigte Leitung, Arbeiten im Druckzustand.

Gefährliche Situation: Person sucht Leckage händisch oder befindet sich nahe austretendem Strahl.

Mögliche Schäden: schwere Gewebeschädigung, Infektion, Amputation.

Betroffene Rollen: Wartung, Service.

Relevante Lebensphasen: Wartung, Fehlersuche.

Typische Komponenten: Hochdruckleitungen, Verschraubungen, Hydraulikaggregate.

Bevorzugte Maßnahmenarten: drucklos machen, Lecksuche mit Hilfsmitteln, Arbeitsanweisung, PSA.

Typische Nachweise: Unterweisungsnachweis, Wartungsanweisung.

HZ-PH-010 — Zylinderfehlbewegung

Kategorie: Pneumatik/Hydraulik

Beschreibung: Gefahr durch unbeabsichtigtes oder falsches Verfahren eines Zylinders.

Typische Ursachen: Ventilfehler, Sensorfehler, Fehlverdrahtung, Parametrierung.

Gefährliche Situation: Zylinder fährt, obwohl Person im Gefahrenbereich ist.

Mögliche Schäden: Quetschung, Kollision, Werkzeugschaden.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Inbetriebnahme, Setup.

Typische Komponenten: Pneumatikzylinder, Hydraulikzylinder, Spannsysteme.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Endlagenüberwachung, sichere Ventile, Modussteuerung.

Typische Nachweise: Funktionstest, Sicherheitsfunktionstest.

HZ-PH-011 — Rückströmung oder ungewollter Medienfluss

Kategorie: Pneumatik/Hydraulik

Beschreibung: Gefahr durch Rückfluss oder unkontrollierten Medienaustausch zwischen Kreisen.

Typische Ursachen: fehlende Rückschlagventile, Druckdifferenzen, Defekte.

Gefährliche Situation: Aktor erhält unerwartet Energie oder Medium gelangt in falschen Kreislauf.

Mögliche Schäden: Fehlbewegung, Kontamination, Funktionsverlust.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung.

Typische Komponenten: Ventilblöcke, Druckkreise, Rückleitungen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Rückschlagventile, Kreis-Trennung, Diagnose.

Typische Nachweise: Funktionstest, Hydraulikplanreview.

HZ-PH-012 — Überdruck

Kategorie: Pneumatik/Hydraulik

Beschreibung: Gefahr durch Überschreiten zulässiger Drücke in Komponenten oder Systemen.

Typische Ursachen: falsche Einstellung, Ventilfehler, Blockade.

Gefährliche Situation: Leitung, Behälter oder Aktor wird überbeansprucht.

Mögliche Schäden: Bersten, Leckage, Anprall, Brandfolge.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Inbetriebnahme.

Typische Komponenten: Speicher, Leitungen, Zylinder, Ventile.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Druckbegrenzungsventile, Überwachung, Dimensionierung.

Typische Nachweise: Drucktest, Parametrierprüfung.

HZ-PH-013 — Unterdruck / Vakuumverlust

Kategorie: Pneumatik/Hydraulik

Beschreibung: Gefahr durch Verlust von Haltekraft oder Prozesssicherheit in Vakuumsystemen.

Typische Ursachen: Leckage, Pumpenausfall, Materialfehler.

Gefährliche Situation: Werkstück fällt ab oder wird falsch positioniert.

Mögliche Schäden: Lastabwurf, Kollision, Produktverlust.

Betroffene Rollen: Bediener, Logistikpersonal.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung.

Typische Komponenten: Vakuumgreifer, Sauger, Pumpen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Vakuumüberwachung, Redundanz, Lastsicherung.

Typische Nachweise: Funktionstest, Alarmtest.

HZ-PH-014 — Kavitation und Folgeschäden

Kategorie: Pneumatik/Hydraulik

Beschreibung: Gefahr durch Dampfblasenbildung und resultierende Schäden in Pumpen/Leitungen.

Typische Ursachen: falsche Ansaugbedingungen, Temperatur, Unterdruck.

Gefährliche Situation: Pumpe versagt oder erzeugt unvorhersehbares Verhalten.

Mögliche Schäden: Ausfall, Leckage, Prozessverlust, Sekundärschäden.

Betroffene Rollen: Wartung, Bediener.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Inbetriebnahme.

Typische Komponenten: Pumpen, Ventile, Saugleitungen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Auslegung, Überwachung, Wartung.

Typische Nachweise: Wartungsbericht, Inbetriebnahmeprotokoll.

HZ-PH-015 — Heißes oder gefährliches Druckmedium

Kategorie: Pneumatik/Hydraulik

Beschreibung: Gefahr durch austretende unter Druck stehende Medien mit zusätzlicher stofflicher oder thermischer Wirkung.

Typische Ursachen: Leckage, Schlauchbruch, Ventilfehler.

Gefährliche Situation: Medium trifft Personal oder kontaminiert Umgebung.

Mögliche Schäden: Verbrühung, chemische Reizung, Rutschgefahr.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Reinigung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung, Störung.

Typische Komponenten: Druckleitungen, Tanks, Aggregate.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Druckentlastung, Abschirmung, Auffangsystem, PSA.

Typische Nachweise: Arbeitsanweisung, Wartungsprotokoll.

E. Steuerungs- / Software-Gefährdungen (25)

HZ-S-001 — Logikfehler in der Steuerung

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch fehlerhafte Entscheidungs- oder Ablaufsteuerung.

Typische Ursachen: Spezifikationsfehler, Implementierungsfehler, unklare Zustände.

Gefährliche Situation: Maschine verhält sich anders als vorgesehen und erzeugt gefährliche Bewegungen oder Freigaben.

Mögliche Schäden: Quetschen, Kollision, Prozessfehler mit Sicherheitsfolge.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Inbetriebnahme, Update.

Typische Komponenten: SPS-Programm, Embedded Software, PLC-Logik.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Designreview, Teststrategie, klare Zustandsmodelle.

Typische Nachweise: Software-Designreview, Systemtest, Code Review.

HZ-S-002 — Zustandsfehler / inkonsistente Zustandsmaschine

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch unklare oder widersprüchliche Betriebszustände.

Typische Ursachen: fehlende Übergangsdefinitionen, Parallelzustände, Sonderfälle.

Gefährliche Situation: Maschine befindet sich in unsicherem Mischzustand, z. B. Automatik + Service.

Mögliche Schäden: Unerwartete Bewegung, unzulässige Freigabe.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Setup, Wartung, Betrieb, Restart.

Typische Komponenten: Modusverwaltung, SPS-Zustandslogik, HMI.

Bevorzugte Maßnahmenarten: formale Zustandsmaschine, Moduskonzept, Testfälle.

Typische Nachweise: Designreview, Modustest, Code Review.

HZ-S-003 — Race Condition

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch zeitabhängige Konkurrenz mehrerer Prozesse oder Signale.

Typische Ursachen: Parallelität, asynchrone Events, fehlende Synchronisierung.

Gefährliche Situation: Freigaben oder Stopps werden in falscher Reihenfolge verarbeitet.

Mögliche Schäden: Fehlbewegung, fehlende Abschaltung, unstetes Verhalten.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Update, Fehlersituationen.

Typische Komponenten: Multithread-Software, SPS-Tasking, Edge-Steuerungen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Synchronisation, deterministische Verarbeitung, Belastungstests.

Typische Nachweise: Code Review, Integrationstest, Fault-Injection-Test.

HZ-S-004 — Timingfehler / Zykluszeitverletzung

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch zu späte oder zu frühe Reaktion von Steuerungsfunktionen.

Typische Ursachen: Überlast, schlechte Priorisierung, Netzwerklatenz.

Gefährliche Situation: Sicherheitsrelevante Reaktion erfolgt nicht rechtzeitig.

Mögliche Schäden: Kollision, Überlauf, Fehlfunktion.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Lastspitzen, Update.

Typische Komponenten: SPS, Echtzeitsystem, Buskommunikation.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Echtzeitanalyse, Priorisierung, Watchdogs, Lasttests.

Typische Nachweise: Lasttest, Performance-Messung, Systemtest.

HZ-S-005 — Sensorfehler mit gefährlicher Folge

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch fehlerhafte, fehlende oder unplausible Sensorsignale.

Typische Ursachen: Defekt, Verschmutzung, Fehlkalibrierung, Kommunikationsfehler.

Gefährliche Situation: Steuerung trifft auf falscher Datenbasis gefährliche Entscheidungen.

Mögliche Schäden: Fehlpositionierung, Kollision, Prozessfreigabe im unsicheren Zustand.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Kalibrierung, Wartung.

Typische Komponenten: Endschalter, Encoder, Kameras, Näherungssensoren.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Plausibilisierung, Redundanz, Diagnose, Kalibrierkonzept.

Typische Nachweise: Funktionstest, Kalibrierprotokoll, Diagnosetest.

HZ-S-006 — Aktorfehler mit gefährlicher Folge

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch Aktoren, die falsche, verspätete oder keine Bewegung ausführen.

Typische Ursachen: Antriebsfehler, Ventilfehler, Verklemmen, Kommunikationsfehler.

Gefährliche Situation: Bewegung erfolgt trotz Stopp oder bleibt in unsicherer Position.

Mögliche Schäden: Quetschung, Lastabfall, Kollision.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung, Start/Stopp.

Typische Komponenten: Motoren, Zylinder, Ventile, Relais.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Rückmeldeüberwachung, Diagnose, sichere Abschaltung.

Typische Nachweise: Funktionstest, Fault-Injection-Test.

HZ-S-007 — Kommunikationsfehler zwischen Komponenten

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch Verlust, Verzögerung oder Verfälschung interner Kommunikationsdaten.

Typische Ursachen: Busfehler, Netzwerkstörung, Timeout, Protokollinkonsistenz.

Gefährliche Situation: Steuerung und Peripherie haben unterschiedliche Annahmen zum Zustand.

Mögliche Schäden: Fehlbewegung, unzulässige Freigabe, Diagnoseverlust.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Update, Inbetriebnahme.

Typische Komponenten: Feldbus, Ethernet, IO-Link, Gateway.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Timeout-Konzept, Heartbeats, Safe-State bei Kommunikationsverlust.

Typische Nachweise: Systemtest, Störungssimulation.

HZ-S-008 — Watchdog-Fehler

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr, dass Softwarestillstände oder Laufzeitfehler nicht erkannt oder falsch behandelt werden.

Typische Ursachen: falsche Konfiguration, fehlende Überwachung, Deadlocks.

Gefährliche Situation: System hängt, ohne in sicheren Zustand zu wechseln.

Mögliche Schäden: unkontrollierte Zustände, fehlender Stopp, Prozessverlust.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Lastspitzen, Ausnahmefälle.

Typische Komponenten: Embedded Controller, IPC, SPS.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Watchdog-Konzept, Recovery-Strategie, Testfälle.

Typische Nachweise: Fault-Injection-Test, Systemtest.

HZ-S-009 — Deadlock / Stillstand konkurrierender Prozesse

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr, dass Prozesse sich gegenseitig blockieren und unsichere Folgezustände entstehen.

Typische Ursachen: Sperrkonflikte, Ressourcenfehler, fehlerhafte Thread-Steuerung.

Gefährliche Situation: Maschine bleibt in Zwischenzustand ohne sichere Auflösung.

Mögliche Schäden: verklemmte Lasten, fehlende Sicherheitsreaktion, Prozessschaden.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Recovery, Update.

Typische Komponenten: IPC-Software, Middleware, Multithread-Anwendungen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Designanalyse, Timeout/Recovery, Testfälle.

Typische Nachweise: Code Review, Lasttest.

HZ-S-010 — Speicherleck / Ressourcenerschöpfung

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch schleichenden Verlust verfügbarer Ressourcen mit Funktions- oder Sicherheitsfolge.

Typische Ursachen: Memory Leak, Dateihandle-Leak, ungeprüfte Puffer.

Gefährliche Situation: System wird instabil oder verliert Reaktionsfähigkeit im Betrieb.

Mögliche Schäden: Timingfehler, Absturz, Verlust von Schutzfunktionen.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Langzeitbetrieb.

Typische Komponenten: IPC, Edge-Gateway, Embedded Runtime.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Monitoring, Stresstests, Speicheranalyse.

Typische Nachweise: Langzeittest, Code Review, Monitoring-Logs.

HZ-S-011 — Overflow / Numerische Fehler

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch Überläufe, Unterläufe oder fehlerhafte numerische Grenzen.

Typische Ursachen: fehlende Validierung, falsche Datentypen, Sonderwerte.

Gefährliche Situation: Steuergrößen springen in unzulässige Bereiche.

Mögliche Schäden: Fehlbewegung, falsche Regelung, Kollision.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Parametrierung, Update.

Typische Komponenten: Regelalgorithmen, Berechnungsfunktionen, APIs.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Input-Validierung, Grenzwerttests, robuste Datentypwahl.

Typische Nachweise: Unit-Tests, Code Review, Systemtest.

HZ-S-012 — Falsche Grenzwertlogik

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch falsch gesetzte oder falsch ausgewertete Grenzwerte.

Typische Ursachen: Konfigurationsfehler, Copy/Paste-Fehler, Anforderungsfehler.

Gefährliche Situation: Maschine läuft trotz gefährlicher Temperatur, Geschwindigkeit oder Position weiter.

Mögliche Schäden: Kollision, Überhitzung, Materialbruch.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Prozessingenieur.

Relevante Lebensphasen: Inbetriebnahme, Betrieb, Update.

Typische Komponenten: Regelung, HMI-Konfiguration, SPS-Parameter.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Parametrierprüfung, Plausibilisierung, Vier-Augen-Prinzip.

Typische Nachweise: Parametrierprotokoll, Systemtest.

HZ-S-013 — Falsche Parametrierung

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch ungeeignete Sollwerte, Formate oder Betriebsparameter.

Typische Ursachen: Bedienfehler, fehlende Validierung, falsches Rezept.

Gefährliche Situation: Maschine bewegt sich mit unzulässigen Kräften oder Wegen.

Mögliche Schäden: Produktfehler, Kollision, Quetschung.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter, Prozessingenieur.

Relevante Lebensphasen: Setup, Umrüstung, Betrieb.

Typische Komponenten: HMI, Rezeptverwaltung, Steuerungsparameter.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Rollenrechte, Plausibilitätsprüfungen, Freigabeprozess.

Typische Nachweise: Änderungsprotokoll, Parametrierprüfung.

HZ-S-014 — Fehlkonfiguration von Sicherheits- oder Prozesslogik

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch falsche Konfiguration von Optionen, Modi oder Sicherheitsgrenzen.

Typische Ursachen: ungeprüfte Änderungen, unklare Verantwortlichkeit, Versionskonflikte.

Gefährliche Situation: Sicherheitsfunktion ist unwirksam oder Prozess läuft außerhalb zulässiger Grenzen.

Mögliche Schäden: Fehlbewegung, fehlende Abschaltung, Produkt-/Personenschaden.

Betroffene Rollen: Inbetriebnehmer, Wartung, Softwareingenieur.

Relevante Lebensphasen: Inbetriebnahme, Update, Service.

Typische Komponenten: Konfigurationsdateien, Sicherheitsparameter, HMI.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Konfigurationsmanagement, Freigabeprozess, Audit-Trail.

Typische Nachweise: Änderungsprotokoll, Review, Funktionstest.

HZ-S-015 — Restart-Fehler nach Software- oder Stromneustart

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr, dass nach Neustart Zustände falsch rekonstruiert oder Ausgänge falsch gesetzt werden.

Typische Ursachen: fehlende Persistenzlogik, falsche Initialisierung, Recovery-Fehler.

Gefährliche Situation: Aktoren werden beim Neustart unerwartet aktiv.

Mögliche Schäden: Quetschung, Kollision, Lastabfall.

Betroffene Rollen: Wartung, Bediener.

Relevante Lebensphasen: Restart, Störung, Update.

Typische Komponenten: SPS, IPC, Antriebscontroller.

Bevorzugte Maßnahmenarten: sichere Initialisierung, Wiederanlaufschutz, definierte Zustände.

Typische Nachweise: Restart-Test, Fault-Injection-Test.

HZ-S-016 — Fehlerhafte Sequenzsteuerung

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch falsche Reihenfolge von Prozess- oder Sicherheitsaktionen.

Typische Ursachen: Logikfehler, Sonderfall nicht berücksichtigt, manuelle Eingriffe.

Gefährliche Situation: Sicherheitsverriegelung wird zu spät aktiviert oder Bewegung beginnt zu früh.

Mögliche Schäden: Kollision, Quetschung, Materialschaden.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Umrüstung, Testbetrieb.

Typische Komponenten: Ablaufsteuerungen, SPS-Schrittketten.

Bevorzugte Maßnahmenarten: formale Sequenzmodelle, Tests, Freigabelogik.

Typische Nachweise: Integrationstest, Designreview.

HZ-S-017 — Fehlerhafte Synchronisation mehrerer Achsen oder Module

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch unkoordinierte Bewegungen kooperierender Einheiten.

Typische Ursachen: Kommunikationslatenz, Parametrierfehler, Regelungsfehler.

Gefährliche Situation: Zwei Module treffen gleichzeitig im selben Raum aufeinander.

Mögliche Schäden: Kollision, Bauteilbruch, Personengefährdung.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Inbetriebnahme, Kalibrierung.

Typische Komponenten: Mehrachssysteme, Robotik, Förderer.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Synchronisationsüberwachung, Zeitmodell, Tests.

Typische Nachweise: Systemtest, Timingmessung.

HZ-S-018 — Datenkorruption

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch fehlerhafte oder unvollständige Daten in Speicher, Übertragung oder Verarbeitung.

Typische Ursachen: Kommunikationsfehler, Speicherdefekt, Softwarebug, Stromausfall.

Gefährliche Situation: Maschine arbeitet mit falschen Rezepten, Zuständen oder Grenzwerten.

Mögliche Schäden: Fehlfunktion, Fehlbewegung, Qualitäts- und Sicherheitsverlust.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, Qualität.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Update, Recovery.

Typische Komponenten: Datenbanken, Rezeptspeicher, Speicherbausteine.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Integritätsprüfung, Checksummen, Backup/Restore, Transaktionslogik.

Typische Nachweise: Systemtest, Recovery-Test.

HZ-S-019 — Update-Fehler in Steuerungssoftware

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch unvollständige, fehlerhafte oder inkompatible Updates.

Typische Ursachen: Versionskonflikte, Abbruch, fehlende Validierung.

Gefährliche Situation: Steuerung startet nach Update in falschem Zustand oder mit defekter Funktion.

Mögliche Schäden: Fehlbewegung, Produktionsausfall, Sicherheitsverlust.

Betroffene Rollen: Wartung, Softwareingenieur, IT/OT.

Relevante Lebensphasen: Update, Inbetriebnahme, Service.

Typische Komponenten: SPS, IPC, Firmware, Edge-Systeme.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Signierte Updates, Kompatibilitätsprüfung, Rollback.

Typische Nachweise: Update-Test, Freigabedokument, Rollback-Test.

HZ-S-020 — Rollback-Fehler

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr, dass ein Rückfall auf frühere Versionen Inkonsistenzen oder Funktionsverluste erzeugt.

Typische Ursachen: Daten-/Schema-Inkompatibilität, fehlende Rückfallstrategie.

Gefährliche Situation: System läuft nach Rücknahme mit veralteten Parametern oder defektem Zustand.

Mögliche Schäden: Fehlfunktion, unerkannte Sicherheitslücken, Prozessfehler.

Betroffene Rollen: Wartung, Softwareingenieur.

Relevante Lebensphasen: Update, Recovery.

Typische Komponenten: Steuerungssoftware, Rezeptverwaltung, Datenbanken.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Migrationsstrategie, Rollback-Test, Versionsmanagement.

Typische Nachweise: Testprotokoll, Freigabedokument.

HZ-S-021 — Protokollfehler in internen Schnittstellen

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch falsche Interpretation oder Verarbeitung von Datenprotokollen.

Typische Ursachen: Versionsunterschiede, Implementierungsfehler, unklare Spezifikationen.

Gefährliche Situation: Aktor oder Sensor wird falsch angesteuert oder interpretiert.

Mögliche Schäden: Fehlbewegung, Diagnoseverlust, Prozessstörung.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Integration, Update.

Typische Komponenten: Busprotokolle, API-Schnittstellen, Gateways.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Interface-Tests, Versionierung, Robustheitstests.

Typische Nachweise: Integrationstest, Protokollanalyse.

HZ-S-022 — API-Fehler in modularen Anlagen

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch fehlerhafte Service-/API-Kommunikation zwischen Modulen.

Typische Ursachen: fehlende Validierung, falsche Vertragsannahmen, Timeout-Probleme.

Gefährliche Situation: Modul erhält unzulässige Befehle oder unvollständige Daten.

Mögliche Schäden: Fehlverhalten, falsche Freigaben, Sicherheitsverlust.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung, IT/OT.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Integration, Update.

Typische Komponenten: Edge-Systeme, Middleware, APIs.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Contract-Tests, Input-Validierung, Fallback-Strategien.

Typische Nachweise: API-Test, Code Review.

HZ-S-023 — Datenvalidierungsfehler

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch ungeprüfte Eingabewerte aus HMI, Sensorik oder Netzwerk.

Typische Ursachen: fehlende Grenzwertprüfung, falsches Datenschema, Parsing-Fehler.

Gefährliche Situation: Maschine übernimmt unplausible Werte und reagiert unsicher.

Mögliche Schäden: Fehlbewegung, Kollision, Produkt- und Personenschaden.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter, IT/OT.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Parametrierung, Integration.

Typische Komponenten: HMI, Schnittstellen, Rezeptsysteme.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Eingabevalidierung, Whitelisting, Plausibilitätschecks.

Typische Nachweise: Testfälle, Code Review.

HZ-S-024 — Event-Handling-Fehler

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch Verlust, Doppelverarbeitung oder falsche Priorisierung von Ereignissen.

Typische Ursachen: Queue-Fehler, Reentrancy, fehlerhaftes Callback-Verhalten.

Gefährliche Situation: Not-Aus- oder Stop-Ereignis wird verzögert oder überschrieben.

Mögliche Schäden: Fehlender Stopp, unkontrolliertes Verhalten.

Betroffene Rollen: Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Ausnahmezustände, Update.

Typische Komponenten: Runtime-Systeme, Ereignisbusse, HMI.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Priorisierung, deterministische Verarbeitung, Testfälle.

Typische Nachweise: Integrationstest, Fault-Injection-Test.

HZ-S-025 — Zeitfehler / falsche Zeitbasis

Kategorie: Steuerung/Software

Beschreibung: Gefahr durch inkonsistente Zeitstempel, Uhrensprünge oder falsche Taktraten.

Typische Ursachen: unsynchronisierte Uhren, NTP-Fehler, Reset-Effekte.

Gefährliche Situation: Sequenzen, Logs oder Sicherheitsfristen werden falsch interpretiert.

Mögliche Schäden: Diagnoseversagen, inkonsistente Steuerung, falsche Freigaben.

Betroffene Rollen: Wartung, IT/OT, Qualität.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Netzwerkstörung, Update.

Typische Komponenten: Controller, Gateways, Logger, verteilte Systeme.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Zeitsynchronisation, Monotonic Clocks, Plausibilitätsprüfungen.

Typische Nachweise: Systemtest, Logreview.

F. Cyber-Gefährdungen (20)

HZ-C-001 — Unautorisierter Zugriff auf Systemfunktionen

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr, dass Unbefugte auf Maschinen- oder Steuerungsfunktionen zugreifen.

Typische Ursachen: fehlende Authentifizierung, zu weite Rechte, offene Services.

Gefährliche Situation: Angreifer oder unberechtigte Person ändert Parameter oder startet Funktionen.

Mögliche Schäden: Fehlbewegung, Produktionsausfall, Sicherheitsverlust.

Betroffene Rollen: Bediener, IT/OT, Betreiber.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Fernwartung, Service.

Typische Komponenten: HMI, Weboberflächen, Fernzugriff, APIs.

Bevorzugte Maßnahmenarten: starke Authentifizierung, RBAC, Netztrennung, Audit-Trail.

Typische Nachweise: Penetration Test, IAM-Review, Logprüfung.

HZ-C-002 — Passwortangriff / Brute Force

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr durch systematisches Erraten oder Probieren von Zugangsdaten.

Typische Ursachen: schwache Passwörter, fehlende Sperrmechanismen, Default-Zugänge.

Gefährliche Situation: Angreifer erlangt Zugriff auf Bedien- oder Servicefunktionen.

Mögliche Schäden: unautorisierte Änderungen, Datenabfluss, Sicherheitsverlust.

Betroffene Rollen: IT/OT, Betreiber, Bediener.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Fernzugriff.

Typische Komponenten: HMI, VPN, Webportal, Servicekonten.

Bevorzugte Maßnahmenarten: MFA, Account-Lockout, Passwortpolicy, Monitoring.

Typische Nachweise: Penetration Test, Konfigurationsprüfung.

HZ-C-003 — Credential Leak / Abfluss von Zugangsdaten

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr durch kompromittierte Passwörter, Tokens oder Zertifikate.

Typische Ursachen: unsichere Speicherung, Klartextdateien, Phishing, fehlende Rotation.

Gefährliche Situation: Dritte können sich mit gültigen Credentials anmelden.

Mögliche Schäden: unautorisierter Zugriff, Manipulation, Datenabfluss.

Betroffene Rollen: IT/OT, Betreiber, Fernwartungsdienst.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Service, Update.

Typische Komponenten: Passwortspeicher, APIs, Fernwartungssysteme.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Secret-Management, Rotation, MFA, Least Privilege.

Typische Nachweise: Audit, Konfigurationsprüfung.

HZ-C-004 — Remote Exploit einer Netzwerkkomponente

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr der Ausnutzung einer Schwachstelle aus dem Netzwerk.

Typische Ursachen: ungepatchte Software, exponierte Dienste, unsichere Bibliotheken.

Gefährliche Situation: Angreifer übernimmt oder beeinflusst Steuerungskomponenten.

Mögliche Schäden: Produktionsausfall, Manipulation, Sicherheitsfunktionseingriff.

Betroffene Rollen: Betreiber, IT/OT, Bediener.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Fernwartung.

Typische Komponenten: IPC, Gateways, Webserver, Fernwartungsrouter.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Patchmanagement, Segmentierung, Hardening, Schwachstellenscans.

Typische Nachweise: Vulnerability Scan, Pentest, Patchprotokoll.

HZ-C-005 — API-Missbrauch

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr durch absichtliche oder unbeabsichtigte Fehlbenutzung von Programmierschnittstellen.

Typische Ursachen: fehlende Autorisierung, fehlende Input-Validierung, unsichere Endpunkte.

Gefährliche Situation: externe Systeme setzen unzulässige Befehle oder Daten ab.

Mögliche Schäden: Fehlfunktion, Datenabfluss, Manipulation.

Betroffene Rollen: IT/OT, Softwareingenieur, Betreiber.

Relevante Lebensphasen: Integration, Betrieb, Update.

Typische Komponenten: REST-API, OPC UA, Middleware.

Bevorzugte Maßnahmenarten: AuthN/AuthZ, Schema-Validierung, Rate-Limits, Audit-Logging.

Typische Nachweise: API-Test, Pentest.

HZ-C-006 — Parameter-Manipulation

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr, dass sicherheits- oder prozessrelevante Parameter unbefugt verändert werden.

Typische Ursachen: mangelnde Rechtekontrolle, unsichere Protokolle, schwache Authentifizierung.

Gefährliche Situation: Grenzwerte, Geschwindigkeiten oder Freigaben werden verändert.

Mögliche Schäden: Kollision, Überlast, Qualitätsverlust, Sicherheitsverlust.

Betroffene Rollen: Bediener, Betreiber, IT/OT.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Fernwartung, Service.

Typische Komponenten: HMI, Rezeptverwaltung, SPS-Parameter.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Rollenrechte, Signierung, Änderungsprotokoll, Vier-Augen-Freigabe.

Typische Nachweise: Audit-Logs, Pentest, Konfigurationsreview.

HZ-C-007 — Update-Manipulation

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr durch manipulierte oder gefälschte Softwareupdates.

Typische Ursachen: fehlende Signaturprüfung, unsichere Downloadpfade, kompromittierter Server.

Gefährliche Situation: Anlage installiert schädliche oder veränderte Software.

Mögliche Schäden: Backdoor, Funktionsmanipulation, Totalausfall.

Betroffene Rollen: Betreiber, IT/OT, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Update, Service.

Typische Komponenten: Update-Agent, Firmware-Updater, Fernwartungssystem.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Signierte Updates, Secure Boot, Hash-Prüfung, Freigabeprozess.

Typische Nachweise: Signaturprüfung, Update-Test, Audit.

HZ-C-008 — Firmware-Manipulation

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr durch unbefugte Änderung der Firmware von Steuerungs- oder Feldgeräten.

Typische Ursachen: ungesicherte Schnittstellen, fehlende Integritätsprüfung, physischer Zugriff.

Gefährliche Situation: Gerät arbeitet mit manipuliertem Verhalten unterhalb der Anwendungsebene.

Mögliche Schäden: Fehlbewegung, Diagnoseverlust, persistente Kompromittierung.

Betroffene Rollen: Betreiber, Wartung, IT/OT.

Relevante Lebensphasen: Service, Update, Betrieb.

Typische Komponenten: Drives, I/O-Module, Sensoren, Controller.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Secure Boot, Signatur, Zugriffsbegrenzung, Versionskontrolle.

Typische Nachweise: Firmware-Integritätsprüfung, Audit.

HZ-C-009 — Malware-Infektion

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr durch schädliche Software auf Maschinen- oder Engineering-Systemen.

Typische Ursachen: Wechseldatenträger, ungepatchte Systeme, Phishing, unsichere Downloads.

Gefährliche Situation: Schadsoftware beeinflusst Steuerung, Verfügbarkeit oder Datenintegrität.

Mögliche Schäden: Ausfall, Manipulation, Datenverlust.

Betroffene Rollen: Betreiber, IT/OT, Engineering.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Wartung, Engineering.

Typische Komponenten: IPC, Engineering-Station, HMI, Server.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Application Control, AV/EDR, Segmentierung, Medienkontrolle.

Typische Nachweise: Security-Audit, Malware-Schutz-Review.

HZ-C-010 — Ransomware-Angriff

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr der Verschlüsselung oder Blockade kritischer Systeme durch Erpressungssoftware.

Typische Ursachen: Phishing, Remote-Exploit, mangelnde Segmentierung.

Gefährliche Situation: Produktions- oder Steuerungssysteme werden unbenutzbar.

Mögliche Schäden: Produktionsstillstand, Datenverlust, Notbetrieb mit Sicherheitsrisiko.

Betroffene Rollen: Betreiber, IT/OT, Management.

Relevante Lebensphasen: Betrieb.

Typische Komponenten: Server, HMI, Backends, Historian.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Backup/Restore, Segmentierung, MFA, Incident Response.

Typische Nachweise: Recovery-Test, Security-Audit.

HZ-C-011 — Man-in-the-Middle-Angriff

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr der unbemerkten Manipulation oder Ausleitung von Kommunikationsdaten.

Typische Ursachen: unverschlüsselte Kommunikation, unsichere Netzwerke, Zertifikatsprobleme.

Gefährliche Situation: Steuerbefehle oder Diagnosedaten werden verändert oder mitgelesen.

Mögliche Schäden: Fehlfunktion, Datenabfluss, Fehlentscheidung.

Betroffene Rollen: Betreiber, IT/OT.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Fernwartung, Integration.

Typische Komponenten: Netzwerke, Fernwartung, APIs, OPC UA.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Verschlüsselung, Zertifikatsmanagement, Netzsicherheit.

Typische Nachweise: Security-Test, Konfigurationsreview.

HZ-C-012 — Spoofing von Geräten oder Diensten

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr durch Vortäuschen legitimer Identitäten im Netzwerk.

Typische Ursachen: fehlende Geräteauthentifizierung, unsichere Discovery, ARP/DNS-Schwächen.

Gefährliche Situation: Anlage vertraut gefälschtem Sensor, Gateway oder Server.

Mögliche Schäden: Fehlsteuerung, Datenverlust, Angriffsfortsetzung.

Betroffene Rollen: IT/OT, Betreiber.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Integration.

Typische Komponenten: Sensoren, Gateways, Dienste, Netzwerkkomponenten.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Geräteauthentifizierung, Zertifikate, Netzsegmentierung.

Typische Nachweise: Security-Test, Netzwerkreview.

HZ-C-013 — Replay-Angriff

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr durch Wiederholung gültiger Kommunikationsnachrichten zu späterem Zeitpunkt.

Typische Ursachen: fehlende Nonces/Zeitstempel, unsichere Protokolle.

Gefährliche Situation: alter Freigabebefehl wird erneut wirksam.

Mögliche Schäden: unerwartete Aktion, unberechtigter Zustand.

Betroffene Rollen: IT/OT, Betreiber.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Fernwartung.

Typische Komponenten: Protokolle, APIs, Funkstrecken.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Zeitstempel, Sequenznummern, Kryptografie.

Typische Nachweise: Protokolltest, Pentest.

HZ-C-014 — Denial of Service

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr der Verfügbarkeitsbeeinträchtigung durch Überlast oder Blockade.

Typische Ursachen: Netzwerkangriff, Ressourcenmangel, Fehlkonfiguration.

Gefährliche Situation: HMI, API oder Steuerung reagiert nicht mehr rechtzeitig.

Mögliche Schäden: Stillstand, Verlust von Überwachung/Fernwartung, Fehlreaktionen.

Betroffene Rollen: Betreiber, IT/OT, Bediener.

Relevante Lebensphasen: Betrieb.

Typische Komponenten: Netzwerke, Gateways, Webdienste, IPC.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Rate-Limits, Segmentierung, Ressourcenbegrenzung, Monitoring.

Typische Nachweise: Lasttest, Security-Test.

HZ-C-015 — Privilege Escalation

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr, dass Benutzer oder Prozesse unzulässig höhere Rechte erlangen.

Typische Ursachen: Softwarefehler, falsche Rechtevergabe, veraltete Komponenten.

Gefährliche Situation: Niedrig privilegierter Zugang führt zu Administrationsrechten.

Mögliche Schäden: Konfigurationsänderung, Abschaltung, Datenzugriff.

Betroffene Rollen: Betreiber, IT/OT.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Service.

Typische Komponenten: Betriebssysteme, Anwendungen, Fernwartung.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Least Privilege, Patchmanagement, Hardening, Codeprüfung.

Typische Nachweise: Pentest, Rechte-Review.

HZ-C-016 — Unsichere Default-Credentials

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr durch voreingestellte, bekannte oder triviale Zugangsdaten.

Typische Ursachen: Werkskonfiguration, fehlender Onboarding-Prozess.

Gefährliche Situation: Unbefugte melden sich mit Standarddaten an.

Mögliche Schäden: kompletter Zugriff, Manipulation, Datenabfluss.

Betroffene Rollen: Betreiber, IT/OT, Hersteller-Service.

Relevante Lebensphasen: Inbetriebnahme, Betrieb.

Typische Komponenten: HMIs, Router, Kameras, SPS-Webdienste.

Bevorzugte Maßnahmenarten: erzwungener Passwortwechsel, individuelle Credentials, Deaktivierung Defaults.

Typische Nachweise: Konfigurationsprüfung, Audit.

HZ-C-017 — Unsichere Schnittstellen / offene Ports

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr durch unnötig exponierte Dienste und Kommunikationswege.

Typische Ursachen: Standardkonfiguration, fehlendes Hardening, Testdienste.

Gefährliche Situation: Angriffsfläche wird vergrößert und für Exploits nutzbar.

Mögliche Schäden: Kompromittierung, Ausfall, Manipulation.

Betroffene Rollen: IT/OT, Betreiber.

Relevante Lebensphasen: Inbetriebnahme, Betrieb.

Typische Komponenten: Controller, IPC, Gateways, Netzwerkgeräte.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Hardening, Port-/Dienst-Minimierung, Firewall-Regeln.

Typische Nachweise: Portscan, Konfigurationsreview.

HZ-C-018 — Datenabfluss

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr des unberechtigten Abflusses sensibler Betriebs-, Personen- oder Rezeptdaten.

Typische Ursachen: ungesicherte Schnittstellen, Malware, Fehlkonfiguration, Insider.

Gefährliche Situation: Daten werden aus OT/IT-Systemen exfiltriert.

Mögliche Schäden: Know-how-Verlust, Datenschutzverstoß, Missbrauch.

Betroffene Rollen: Betreiber, IT/OT, Management.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Fernwartung.

Typische Komponenten: Datenbanken, HMIs, Historian, Cloud-Schnittstellen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Zugriffskontrolle, Verschlüsselung, DLP, Logging.

Typische Nachweise: Audit-Logs, Security-Audit.

HZ-C-019 — Konfigurationsmanipulation

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr durch unbefugte oder unerkannte Änderungen an Systemkonfigurationen.

Typische Ursachen: fehlende Freigabe, unsichere Schnittstellen, Insiderzugriff.

Gefährliche Situation: Sicherheitsparameter oder Netzwerkeinstellungen werden verändert.

Mögliche Schäden: Sicherheitsverlust, Fehlfunktion, Ausfall.

Betroffene Rollen: IT/OT, Betreiber, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Service, Update.

Typische Komponenten: HMIs, Controller, Netzwerkgeräte.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Change Control, Audit-Trail, Signierung, Rechtekonzept.

Typische Nachweise: Änderungsprotokoll, Audit.

HZ-C-020 — Supply-Chain-Angriff auf Software oder Komponenten

Kategorie: Cyber

Beschreibung: Gefahr durch kompromittierte Drittkomponenten, Bibliotheken oder Lieferkette.

Typische Ursachen: infizierte Updates, kompromittierte Vendoren, unsichere Dependencies.

Gefährliche Situation: Schädliche Funktion gelangt über legitime Lieferwege in das Produkt.

Mögliche Schäden: Backdoors, Manipulation, Datenabfluss, Sicherheitsverlust.

Betroffene Rollen: Hersteller, Betreiber, IT/OT.

Relevante Lebensphasen: Entwicklung, Beschaffung, Update.

Typische Komponenten: Open-Source-Bibliotheken, Firmware, Zuliefermodule.

Bevorzugte Maßnahmenarten: SBOM, Supplier Review, Signatur, Vulnerability Management.

Typische Nachweise: SBOM-Prüfung, Lieferantenbewertung, Security-Audit.

G. KI-bezogene Gefährdungen (20)

HZ-AI-001 — Fehlklassifikation

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr, dass ein KI-Modell Eingaben falsch klassifiziert und daraus falsche Aktionen folgen.

Typische Ursachen: ungeeignete Trainingsdaten, unzureichende Generalisierung, Sensorrauschen.

Gefährliche Situation: KI erkennt Objekt, Zustand oder Gefahr falsch und gibt Prozess frei bzw. sperrt falsch.

Mögliche Schäden: Fehlbewegung, Kollision, Qualitätsfehler mit Sicherheitsfolge.

Betroffene Rollen: Bediener, Einrichter, Betreiber.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Validierung, Re-Training.

Typische Komponenten: Vision-KI, Qualitäts-KI, Erkennungsmodelle.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Validierung, Confidence-Schwellen, Fallback-Logik, Human Override.

Typische Nachweise: Validierungsbericht, Fehlerratenanalyse, Testdatensatzbericht.

HZ-AI-002 — False Positive

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr, dass ein ungefährlicher Zustand als kritisch erkannt wird.

Typische Ursachen: überempfindliches Modell, ungeeignete Features, schlechte Datenqualität.

Gefährliche Situation: Prozesse stoppen unnötig oder Sicherheitsmaßnahmen werden unpassend ausgelöst.

Mögliche Schäden: Stillstand, Notreaktionen, Folgefehler, Vertrauensverlust.

Betroffene Rollen: Bediener, Betreiber.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Tuning.

Typische Komponenten: Inspektions-KI, Anomalieerkennung.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Schwellenwertabstimmung, Review-Mechanismen, Monitoring.

Typische Nachweise: ROC-/Fehlerratenanalyse, Validierungsprotokoll.

HZ-AI-003 — False Negative

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr, dass ein tatsächlich gefährlicher oder fehlerhafter Zustand nicht erkannt wird.

Typische Ursachen: unvollständige Trainingsdaten, schlechte Sensitivität, Drift.

Gefährliche Situation: unsichere Lage wird als normal bewertet und Prozess läuft weiter.

Mögliche Schäden: Personenschaden, Qualitätsverlust, gefährliche Freigabe.

Betroffene Rollen: Bediener, Betreiber.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Validierung.

Typische Komponenten: Detektions-KI, Condition Monitoring.

Bevorzugte Maßnahmenarten: konservative Schwellen, redundante Prüfpfade, Human-in-the-loop.

Typische Nachweise: Test auf kritische Fälle, Fehlerratenanalyse.

HZ-AI-004 — Modell-Drift

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr durch schleichende Verschlechterung der Modellleistung im Betrieb.

Typische Ursachen: geänderte Datenverteilung, neue Materialien, Umgebungsänderungen.

Gefährliche Situation: Modell wird unzuverlässig, ohne dass es bemerkt wird.

Mögliche Schäden: steigende Fehlentscheidungen, Sicherheitsverlust.

Betroffene Rollen: Betreiber, Qualität, Data/ML-Verantwortliche.

Relevante Lebensphasen: Langzeitbetrieb, Re-Training.

Typische Komponenten: ML-Modelle im Feld, Vision-Systeme.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Drift-Monitoring, Re-Validierung, Fallback, Change Control.

Typische Nachweise: Monitoring-Berichte, Re-Validierungsprotokoll.

HZ-AI-005 — Bias / systematische Verzerrung

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr, dass das Modell bestimmte Klassen, Fälle oder Umgebungen systematisch falsch bewertet.

Typische Ursachen: unausgewogene Trainingsdaten, fehlerhafte Label, ungeeignete Features.

Gefährliche Situation: bestimmte Werkstücke, Zustände oder Nutzerfälle werden systematisch fehlbewertet.

Mögliche Schäden: Sicherheitslücken, Qualitätsfehler, Diskriminierungs-/Fehlentscheidungsrisiken.

Betroffene Rollen: Betreiber, Qualität, ML-Verantwortliche.

Relevante Lebensphasen: Entwicklung, Validierung, Betrieb.

Typische Komponenten: Klassifikationsmodelle, Visionmodelle.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Datensatzanalyse, Balanced Validation, Modellreview.

Typische Nachweise: Bias-Analyse, Validierungsbericht.

HZ-AI-006 — Unsichere Trainingsdaten

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr durch falsche, manipulierte oder ungeeignete Trainingsdaten.

Typische Ursachen: Datenvergiftung, schlechte Labelqualität, fehlerhafte Herkunft.

Gefährliche Situation: Modell lernt gefährliche Entscheidungsregeln.

Mögliche Schäden: systematische Fehlklassifikation, Sicherheitsverlust.

Betroffene Rollen: ML-Team, Betreiber, Qualität.

Relevante Lebensphasen: Entwicklung, Re-Training.

Typische Komponenten: Datensätze, Annotationstools, Trainingspipeline.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Data Governance, Herkunftsnachweis, Datensatzreview.

Typische Nachweise: Datenfreigabe, Audit, Qualitätsbericht.

HZ-AI-007 — Adversarial Input

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr, dass manipulierte Eingaben das Modell gezielt fehlleiten.

Typische Ursachen: Angriffe auf Bild-/Signalinput, störende Muster, absichtliche Täuschung.

Gefährliche Situation: KI erkennt Objekt falsch oder verpasst kritische Zustände.

Mögliche Schäden: gefährliche Freigaben, Umgehung von Prüfschritten.

Betroffene Rollen: Betreiber, IT/OT, ML-Team.

Relevante Lebensphasen: Betrieb.

Typische Komponenten: Kamerasysteme, Sensorik, Visionmodelle.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Robustheitstests, Mehrsensorik, Plausibilisierung, sichere Defaults.

Typische Nachweise: Robustheitstest, Sicherheitsbericht.

HZ-AI-008 — Overfitting

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr, dass das Modell Trainingsdaten auswendig lernt, aber in realen Situationen versagt.

Typische Ursachen: zu kleine Datensätze, unzureichende Validierung, überkomplexes Modell.

Gefährliche Situation: Modell zeigt gute Testwerte intern, scheitert aber im Feld.

Mögliche Schäden: Fehlentscheidungen, Sicherheits- und Qualitätsprobleme.

Betroffene Rollen: ML-Team, Betreiber.

Relevante Lebensphasen: Entwicklung, Freigabe, Feldbetrieb.

Typische Komponenten: ML-Modelle, Trainingspipeline.

Bevorzugte Maßnahmenarten: saubere Validierung, unabhängige Testdaten, Monitoring.

Typische Nachweise: Trainings-/Validierungsreport, Feldtest.

HZ-AI-009 — Underfitting

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr, dass das Modell relevante Muster gar nicht ausreichend erfasst.

Typische Ursachen: zu einfaches Modell, schlechte Features, zu wenig Training.

Gefährliche Situation: Modell liefert grob unzuverlässige oder zufällige Bewertungen.

Mögliche Schäden: Fehlklassifikation, unnötige Stopps, unerkannte Gefahren.

Betroffene Rollen: ML-Team, Betreiber.

Relevante Lebensphasen: Entwicklung, Betrieb.

Typische Komponenten: Klassifikations- und Regressionsmodelle.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Modellvalidierung, Modellverbesserung, Grenzwertkonzept.

Typische Nachweise: Leistungsmetriken, Validierungsbericht.

HZ-AI-010 — Confidence-Fehler / falsche Sicherheitsschwellen

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr durch ungeeignete Interpretation der Modellsicherheit oder Confidence-Scores.

Typische Ursachen: schlechte Kalibrierung, falsche Schwelle, Missverständnis der Metrik.

Gefährliche Situation: unsicheres Modellurteil wird als ausreichend sicher behandelt.

Mögliche Schäden: Fehlfreigabe, Fehlreaktion.

Betroffene Rollen: Betreiber, ML-Team, Softwareingenieur.

Relevante Lebensphasen: Validierung, Betrieb.

Typische Komponenten: Klassifikatoren, Ensemble-Systeme.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Kalibrierung, Schwellenstrategie, Fallback-Regeln.

Typische Nachweise: Kalibrierungsreport, Validierungstest.

HZ-AI-011 — Interpretationsfehler des KI-Ergebnisses

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr, dass das KI-Ergebnis durch Mensch oder Software falsch interpretiert wird.

Typische Ursachen: unklare Ausgaben, schlechte HMI, fehlende Kontextinformationen.

Gefährliche Situation: Bediener oder Folgekomponente leitet falsche Maßnahme ab.

Mögliche Schäden: Fehlbedienung, Fehlfreigabe, unnötige Eingriffe.

Betroffene Rollen: Bediener, Qualität, Betreiber.

Relevante Lebensphasen: Betrieb.

Typische Komponenten: HMI, Dashboards, Folgealgorithmen.

Bevorzugte Maßnahmenarten: klare Ausgabedesigns, erklärende Hinweise, Freigabelogik.

Typische Nachweise: Usability-Test, Bedienkonzeptprüfung.

HZ-AI-012 — Sensor-KI-Mismatch

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr, dass Eingabedatenqualität oder Sensorcharakteristik nicht zum Modell passt.

Typische Ursachen: geänderter Kameratyp, neue Beleuchtung, andere Auflösung, Drift.

Gefährliche Situation: Modell wird mit nicht validierten Eingaben betrieben.

Mögliche Schäden: Fehlklassifikation, Sicherheitsverlust.

Betroffene Rollen: Betreiber, ML-Team, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Retrofit, Ersatzteilwechsel, Wartung.

Typische Komponenten: Kameras, Mikrofone, Sensorik, KI-Modelle.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Sensorkompatibilitätsprüfung, Re-Validierung, Konfigurationskontrolle.

Typische Nachweise: Kalibrierprotokoll, Änderungsfreigabe.

HZ-AI-013 — Nicht erklärbare Entscheidung in sicherheitskritischem Kontext

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr, dass kritische Entscheidungen nicht ausreichend nachvollziehbar sind.

Typische Ursachen: Black-Box-Modelle, fehlende Logging-/Attribution.

Gefährliche Situation: Fehlverhalten kann nicht analysiert oder sicher begrenzt werden.

Mögliche Schäden: falsche Freigaben, nicht erkennbarer Drift, erschwerte Fehlerbehebung.

Betroffene Rollen: Betreiber, Qualität, Compliance, ML-Team.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Incident-Analyse.

Typische Komponenten: Deep-Learning-Modelle, komplexe Ensembles.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Logging, erklärbare Zusatzmetriken, sichere Hülllogik.

Typische Nachweise: Dokumentation, Incident-Report, Modellkarte.

HZ-AI-014 — Modellkorruption / beschädigtes Modellartefakt

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr durch defekte, unvollständige oder manipulierte Modellartefakte.

Typische Ursachen: Speicherfehler, unsichere Updates, Deployment-Fehler.

Gefährliche Situation: Laufzeitmodell liefert unvorhersehbares Verhalten.

Mögliche Schäden: Fehlklassifikation, Absturz, Produktionsausfall.

Betroffene Rollen: Betreiber, ML/Ops, IT/OT.

Relevante Lebensphasen: Deployment, Update, Recovery.

Typische Komponenten: Modellfiles, Inferenz-Container, Edge-Geräte.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Hash-/Signaturprüfung, Versionskontrolle, Rollback.

Typische Nachweise: Deploy-Protokoll, Integritätsprüfung.

HZ-AI-015 — Falsche Feature-Gewichtung

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr, dass das Modell irrelevante oder instabile Merkmale überbewertet.

Typische Ursachen: Datenartefakte, Bias, schlechte Feature-Auswahl.

Gefährliche Situation: Modell reagiert auf Hintergrund statt auf sicherheitsrelevante Merkmale.

Mögliche Schäden: instabile Entscheidungen, Fehlklassifikationen.

Betroffene Rollen: ML-Team, Qualität.

Relevante Lebensphasen: Entwicklung, Validierung, Drift.

Typische Komponenten: Vision-Modelle, Feature-Engineering.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Explainability-Checks, Datensatzreview, Gegenproben.

Typische Nachweise: Modellanalyse, Validierungsreport.

HZ-AI-016 — Autonomie-Fehler

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr, dass ein KI-System zu weitreichende selbständige Aktionen auslöst.

Typische Ursachen: fehlende Begrenzung, übermäßige Delegation, unklare Freigaberegeln.

Gefährliche Situation: KI steuert Aktoren oder Prozesse ohne ausreichende Sicherheitsgrenzen.

Mögliche Schäden: Fehlbewegung, Kollision, Prozessentgleisung.

Betroffene Rollen: Bediener, Betreiber.

Relevante Lebensphasen: Betrieb.

Typische Komponenten: autonome Regelung, Optimierungsagenten, adaptive Steuerung.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Human Override, Begrenzung des Handlungsraums, sichere Hülllogik.

Typische Nachweise: Szenariotests, Freigabedokumentation.

HZ-AI-017 — Fallback-Fehler bei KI-Ausfall

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr, dass das System bei Ausfall der KI nicht sicher in einen Ersatzmodus übergeht.

Typische Ursachen: fehlende Deterministik, ungeprüfter Notmodus, Integrationsfehler.

Gefährliche Situation: KI fällt aus und Folgekomponenten erhalten keine sichere Ersatzentscheidung.

Mögliche Schäden: Prozessstillstand, Fehlverhalten, Sicherheitsverlust.

Betroffene Rollen: Betreiber, Bediener, Wartung.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Update, Störung.

Typische Komponenten: Inferenzdienst, HMI, Steuerung.

Bevorzugte Maßnahmenarten: deterministischer Fallback, Health Checks, Fallback-Test.

Typische Nachweise: Fault-Injection-Test, Recovery-Test.

HZ-AI-018 — Grenzfall-Fehler / Out-of-Distribution

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr durch Eingaben außerhalb des trainierten Anwendungsbereichs.

Typische Ursachen: seltene Varianten, extreme Beleuchtung, unbekannte Objekte, neue Materialien.

Gefährliche Situation: KI liefert scheinbar sichere, aber unzutreffende Entscheidung für unbekannte Fälle.

Mögliche Schäden: Fehlfreigabe, Fehlklassifikation, Sicherheitsverlust.

Betroffene Rollen: Betreiber, Qualität, Bediener.

Relevante Lebensphasen: Betrieb, Produktwechsel.

Typische Komponenten: Vision-KI, Sensorfusion, Qualitätsprüfung.

Bevorzugte Maßnahmenarten: OOD-Erkennung, konservative Schwellen, Human Review.

Typische Nachweise: Edge-Case-Test, Validierungsbericht.

HZ-AI-019 — Fehlende Validierung vor Einsatz

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr, dass ein Modell ohne ausreichende betriebliche und sicherheitstechnische Freigabe eingesetzt wird.

Typische Ursachen: Zeitdruck, fehlender Prozess, unklare Rollen.

Gefährliche Situation: Modell läuft produktiv, obwohl Leistungsgrenzen unbekannt sind.

Mögliche Schäden: unvorhersehbare Fehlentscheidungen, Sicherheits- und Qualitätsrisiken.

Betroffene Rollen: Management, Betreiber, ML-Team.

Relevante Lebensphasen: Go-Live, Update, Re-Training.

Typische Komponenten: neue Modellversionen, Edge-Deployments.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Freigabeprozess, Validierung, dokumentierte Akzeptanzkriterien.

Typische Nachweise: Freigabedokument, Validierungsbericht.

HZ-AI-020 — KI-Update-Fehler

Kategorie: KI

Beschreibung: Gefahr, dass neue Modellversionen das Verhalten ungewollt ändern oder verschlechtern.

Typische Ursachen: fehlende Regressionstests, unklare Datenbasis, fehlender Rollback.

Gefährliche Situation: neues Modell trifft im Feld schlechtere oder andere Entscheidungen als erwartet.

Mögliche Schäden: Fehlklassifikation, Stillstand, Sicherheitsverlust.

Betroffene Rollen: Betreiber, ML/Ops, Qualität.

Relevante Lebensphasen: Update, Re-Training, Deployment.

Typische Komponenten: Modellregistry, Deploy-Pipeline, Edge-Geräte.

Bevorzugte Maßnahmenarten: Regressionstest, Signierung, Shadow Mode, Rollback.

Typische Nachweise: Update-Freigabe, Vergleichsreport, Rollback-Test.

Hinweise zur Produktisierung

Empfehlenswerte nächste Ableitungen

Normalisierte IDs und Enumerationen für Rollen, Lebensphasen, Maßnahmenarten, Nachweisarten.

Maschinenkomponenten-Bibliothek zur automatischen Hazard-Zuordnung.

Regelwerk: Welche Gefährdungen werden durch welche Komponenten + Lebensphasen + Energiearten getriggert.

Risk Engine mit S/F/P/A oder vergleichbarem Modell.

Measure Engine mit Maßnahmentyp-Hierarchie:

inhärent sichere Konstruktion

technische Schutzmaßnahme

Benutzerinformation

Evidence Engine zur automatischen Zuweisung typischer Nachweise.

Beispiel für nachgelagertes JSON-Schema

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Nutzungshinweis

Diese Bibliothek ist für den Aufbau einer eigenen CE-Risikobeurteilungs-Engine gedacht. Sie ersetzt keine formale Normenlizenz und keine fallbezogene fachliche Bewertung, kann aber sehr gut als strukturierte interne Wissensbasis, RAG-Basis, Regelbasis oder Seed-Datenbank verwendet werden.