# ADR-005: Knowledge Production — prepare deterministically, then curate - **Status:** Accepted - **Datum:** 2026-06-27 - **Typ:** Architektur-Entscheidung - **Bezug:** [ADR-004](ADR-004-implementation-playbooks.md), [ADR-002](ADR-002-transition-is-data-not-architecture.md), Architektur-Freeze v1.0, [[transition-reasoning]], [[iace-quality-architecture]] ## Kontext Mit Capability Delta, Optimization und Playbooks ist die Diagnose weitgehend fertig. Der nächste Engpass ist NICHT „Content" (mehr Playbooks schreiben), sondern **Wissensproduktion**: würde man 200 Playbooks (und je Domäne neue Patterns/Reference-Szenarien) von Hand schreiben, verlagerte sich der Engpass dauerhaft vom Engineering auf manuelle Wissenspflege. Der entscheidende Grundsatz war: **„Die Engine ändert sich nicht. Der Corpus wächst."** Diese ADR ergänzt ihn: > **„Und der Corpus wird nicht manuell geschrieben. Er wird deterministisch vorbereitet und > anschließend fachlich kuratiert."** ## Entscheidung 1. **BreakPilot produziert künftig keine fertigen Wissensartefakte, sondern ENTWÜRFE.** Ein Draft Generator strukturiert deterministisch aus Daten, die die Software bereits besitzt (Capability, Transition Pattern, Controls, Evidence, Regulatory Map / Leverage), einen Entwurf — und überlässt das Fachwissen der menschlichen Kuratierung. 2. **Spiegelung der Legal-Pipeline.** Wie `Gesetz → Parser → Obligation → Review` gilt jetzt `neue Capability → Registry → Transition Pattern → Playbook Draft Generator → Expert Review → versioniertes Playbook`. Dieselbe Logik für jedes Wissensartefakt (Playbooks, später Transition Patterns, Reference-Szenarien). 3. **Deterministisch-first (kein LLM im Kern).** Der Generator assembliert nur, was die Software besitzt; weiche Felder (Tools / Prozessschritte / „wie machen das andere") werden als **TODO** ausgewiesen. Optionale Modell-Anreicherung bleibt **offline, advisory, propose-only** — nie im deterministischen Kern (vgl. [[iace-quality-architecture]]). 4. **Freigabestatus.** Jedes Artefakt trägt einen Lifecycle `draft_generated → in_review → reviewed → validated → proven` plus **Provenance je Feld** (woraus es assembliert wurde) — Voraussetzung für Review-Workflow und Versionierung. ## Konsequenzen - **Review statt Schreiben:** der Experte reviewt N Entwürfe statt N Artefakte zu schreiben — der manuelle Aufwand sinkt massiv, ohne fachliche Kontrolle aufzugeben. - **Neue Domänen werden billig:** sobald ein Domänen-Corpus (z. B. Umwelt) existiert, erzeugt derselbe Generator erste Entwürfe — ISO 14001 wird ein Draft-+-Review-Problem, kein Schreibprojekt. - **Internes Werkzeug:** die wertvollste Maschine ist nicht nur das Kunden-OS, sondern die **Produktionsmaschine für das eigene regulatorische Wissen** — sie wird mit jeder Domäne wertvoller. - **Freeze-konform:** kein neues Metamodell, kein Graph, kein neuer Corpus. `compliance/knowledge_production` ist eine reine, deterministische Vorbereitung (computed-not-stored); Execution-Controls werden injiziert. - **Phase A (Wissensproduktion) VOR Phase B (neue Domänen):** Draft-Generatoren (Playbook ✓, dann Transition-Pattern, Reference-Szenario) + Review-Workflow + Versionierung + Freigabestatus, dann ISO 14001 / IATF 16949 / IEC 62443. - Diese ADR ist non-runtime → kein Deploy (siehe [ADR-001](ADR-001-runtime-deploy-policy.md)).